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Abklärung und Behandlung von körperlichen Begleiterkrankungen

Ihre Abhängigkeitserkrankung wird von einem erfahrenen therapeutischen Team (Psychotherapeut, Psychiater, Kunsttherapeut, Sozialarbeiter) behandelt. 

Um die körperlichen Begleiterkrankungen kümmert sich unser medizinisches Rehateam aus Ärzten, Pflegekräften, Sport- und Physiotherapeuten. Aber auch unsere Psychotherapeuten und Psychiater sind beteiligt, da wir Ihre Erkrankungen ganzheitlich sowohl aus körperlicher wie auch aus psychischer Sicht betrachten und behandeln. Bei Rehabilitanden mit Suchterkrankungen ist die Behandlung von körperlichen Beschwerden besonders wichtig, da das Suchtmittel Teil einer Selbstmedikation bzw. einer Verdrängung und Linderung der Beschwerden darstellen kann und zudem körperliche Beschwerden durch den Substanzkonsum verschleppt, übersehen und oftmals nicht ausreichend ärztlich abgeklärt werden. Durch die lange Aufenthaltsdauer besteht für uns als medizinisches Rehateam die Möglichkeit, Ihre Beschwerden ausführlich zu erheben, zu untersuchen und diagnostisch abzuklären, um eine Behandlung in Wilhelmsheim einzuleiten bzw. zu optimieren. Falls die Abklärung und Behandlung außerhalb unseres allgemeinärztlichen Fachgebietes liegt, organisieren wir entweder eine Weiterbehandlung bei einem niedergelassenen Kollegen oder empfehlen eine solche nach Beendigung der Reha.  

Medizinischer Ablauf in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim

Am Aufnahmetag werden Sie von der zuständigen Teamärztin aufgenommen (ärztliches Aufnahmegespräch und vollständige körperliche Untersuchung). Dabei wird auf der Grundlage Ihrer körperlichen Erkrankungen auch das Reha-Sportprogramm mit Ihnen zusammen ausgewählt, welches im Verlauf gegebenenfalls angepasst wird. Die körperliche Untersuchung wird durch die Basisdiagnostik (EKG, Labor, Urin auf Medikamente/ Drogen/Alkohol) ergänzt. Die Ergebnisse sämtlicher Untersuchungen werden im Rahmen der Neuaufnahmenvisite mit der internistischen Oberärztin besprochen. Die ärztliche Untersuchung wird durch Aufnahmegespräche durch den Psychotherapeuten, Psychiater und Sozialarbeiter vervollständigt. Sämtliche Informationen fließen in Ihre weitere Behandlung ein, die im Rahmen der regelmäßigen Teambesprechungen wöchentlich aktualisiert wird. 

Die ärztlichen Visiten finden alle 2 Wochen statt. Für neu auftretende Erkrankungen bestehen zusätzliche reguläre Sprechstunden. Zudem werden zusätzliche Sprechstunden nach Vereinbarung geplant, wenn körperliche Erkrankungen dies erfordern. 

Auffällige Laborbefunde, der Verlauf Ihrer körperlichen Erkrankungen und die sozialmedizinische Beurteilung Ihrer Arbeitsfähigkeit und Leistungsfähigkeit werden im Verlauf besprochen. Falls die Arbeitsfähigkeit bzw. das Leistungsvermögen trotz der Behandlung bei uns weiterhin für ihre aktuelle oder letzte berufliche Tätigkeit eingeschränkt oder aufgehoben ist, werden mit Ihnen entsprechende Schritte und Maßnahmen besprochen und eingeleitet. Es kann ggf. eine stufenweise Wiedereingliederung eingeleitet werden oder eine Reha-Beratung durch die Rentenversicherung bei uns im Haus erfolgen, falls Leistungen zu Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) geklärt werden sollen.

Ebenso finden psychiatrisch-psychotherapeutische Untersuchungen auf Anforderung der Teamärztin oder auf Ihren Wunsch statt, falls psychosomatische Anteile der körperlichen Beschwerden bestehen bzw. bei Ihnen abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden sollen. 

Sie werden rechtzeitig auf die Entlassung vorbereitet. Häufig erfolgt eine Rücksprache mit dem Hausarzt vor Entlassung. Empfehlungen für den weiteren Verlauf werden Ihnen mitgeteilt, teilweise sogar eine ambulante Weiterbehandlung bei einem Facharzt organisiert. Zum Ende der Therapie findet die ärztliche Abschlussuntersuchung statt. 

Sie erhalten bei Entlassung einen Kurzarztbericht (Diagnose, weitere Medikation) für den weiter behandelnden Arzt. Zudem wird Ihnen der Reha-Entlassbericht zugeschickt. Unsere Klinik nimmt am Entlassmanagementprogramm der Krankenkassen teil.

Was passiert bei Notfällen und akuten Erkrankungen 

Für den Fall akuter Erkrankungen (Grippe, Herzbeschwerden, Sportverletzungen etc.) oder bei akuter Verschlechterung Ihrer bekannten Erkrankungen haben Sie die Möglichkeit, sich auch außerhalb der ärztlichen Visite in den regulären Sprechstunden vorzustellen bzw. sofort mit der medizinischen Abteilung Kontakt aufzunehmen, die ärztlich und pflegerisch 24 Stunden am Tag besetzt ist. Im Bedarfsfall werden dann weitere Sprechstunden/Termine vereinbart.

In der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim ist die ärztliche Präsenz rund um die Uhr gesichert, d.h. akute Erkrankungen können auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen behandelt werden. Falls unsere Klinik nicht die Ausstattung und Therapiemöglichkeiten besitzt, um bestimmte, schwerere Erkrankungen zu behandeln, kann eine Verlegung in eine Akutklinik zur weiteren Behandlung notwendig sein (das RMK Winnenden als Klinik der Maximalversorgung befindet sich in ca. 18 Km Entfernung). Nach dort abgeschlossener Behandlung ist die Fortführung der Therapie bei uns in der Regel möglich. 

Welche Begleiterkrankungen können wir behandeln

In der Klinik können alle Erkrankungen aus dem internistischen Spektrum behandelt werden, solange Sie sich in einem körperlichen stabilen Zustand befinden ohne deutlich einschränkende Beschwerden im Alltag. Es muss Rehafähigkeit vorliegen, d.h. Sie müssen körperlich und psychisch in der Lage sein, 18-22 Stunden pro Woche unsere Gruppen- und Einzeltermine wahrzunehmen. So müssen Sie in der Lage sein, an täglich mehreren Therapie-Einheiten von 60-90 Minuten teilzunehmen, sich alleine zu versorgen und die internen Klinikwege in angemessener Zeit zurückzulegen (Faustregel: mindestens 10-mal am Tag eine Gehstrecke von mindestens 50m ohne Atemnot, Brustschmerzen/Erschöpfung). Wir sind kein Akutkrankenhaus, sodass wir keine pflegebedürftigen Patienten bei uns behandeln können.

Diagnostisch verfügen  wir  über die Ausstattung einer internistischen Praxis mit Belastungs-EKG, 24-Stunden-Blutdruckmessung, 24-Stunden-EKG, Spirometrie, Abdomensonographie und orientierende Echokardiographie sowie gezielte Laboruntersuchungen, um körperliche Erkrankungen abzuklären.

Durch die lange stationäre Aufenthaltsdauer von 8-20 Wochen ergibt sich die Möglichkeit, Sie und Ihre Erkrankungen/Beschwerden genau zu beobachten, abzuklären und zu behandeln. Viele Patienten weisen chronische Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Zuckererkrankung), Alkoholfolgeerkrankungen (z.B. Leberentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Polyneuropathie) oder orthopädische Beschwerden (z.B. Rücken-, Schulter- oder Knieschmerzen) auf, die häufig nicht ausreichend behandelt wurden, auch weil die Suchterkrankung dazu geführt hat, dass entweder die Beschwerden nicht wahrgenommen wurden, die Beschwerden wegen des chronischen Suchtmittelkonsums nicht adäquat behandelt werden konnten oder die Selbstfürsorge nachgelassen hatte, sodass keine Arzttermine ausgemacht wurden, obwohl Beschwerden vorlagen. In unserer Klinik werden nicht nur Ihre Beschwerden abgeklärt und ggf. behandelt, sondern es werden auch die Auswirkungen dieser Beschwerden auf Ihre berufliche Tätigkeit und Ihren Alltag beurteilt. Falls Sie Ihre berufliche Tätigkeit aufgrund Ihrer körperlichen Beschwerden in Zukunft nicht mehr ausüben können, beraten wir Sie über die Möglichkeiten und schalten ggf. die Rentenversicherung ein, die bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen Leistungen zur beruflichen Teilhabe gewährt.

Gerade Alkoholfolgeerkrankungen (z.B. kompensierte Leberzirrhose Child A/B) sowie Stoffwechselkrankheiten (Diabetes mellitus, auch insulinpflichtig, Fettstoffwechselstörungen etc.) können wir adäquat behandeln und entsprechende Schulungen anbieten.
Unsere Diätassistentinnen sowie die Küche unterstützen die Patienten mit Stoffwechselkrankheiten und  Nahrungsmittelallergien/-unverträglichkeiten. 

Als Sucht-Rehaklinik können wir neurologische oder orthopädische Begleiterkrankungen außerhalb des allgemeinärztlichen Spektrums nur eingeschränkt untersuchen, diagnostisch einordnen und behandeln. Auch können wir keine intensivierte Schmerztherapie anbieten. Jedoch werden unsere Ärzte Sie vollständig körperlich untersuchen, Ihre Beschwerden einschließlich Ihrer Schmerzsymptomatik erheben und ggf. mit Medikamenten einstellen bzw. Ihre Medikation optimieren. Falls es notwendig ist, kann ein Termin bei einem niedergelassenen Facharzt zur weiteren Diagnostik und Behandlung erfolgen. Unsere Sport- und Physiotherapie unterstützt mit spezifischen Angeboten wie Wirbelsäulen-, Knie- und Schultergymnastik, Schongymnastik, Atemtherapie und Koordinationstraining. In der physikalischen Therapie werden unterschiedliche Verfahren für die Behandlung von neurologisch-orthopädischen Begleiterkrankungen (z.B. Polyneuropathie, Rücken- oder Gelenkschmerzen) eingesetzt (Stangerbäder, Vierzellenbäder, Vollbäder, Elektro- und Ultraschalltherapie, Wärmebehandlungen, Inhalationen). Außerdem wird Einzelphysiotherapie und Akupunktur als Unterstützung bei ausgewählten chronischen Schmerzzuständen und anderen Indikationen eingesetzt.

Falls eine Dialysepflicht besteht, können wir Ihnen während Ihres Aufenthaltes bei uns, mit der freundlichen Unterstützung des Dialysezentrums Backnang, die Fortführung der Dialyse anbieten. Hierfür benötigen wir jedoch einen ausführlichen Bericht Ihres behandelnden Nephrologen. 

Die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Fachärzten ergänzt unsere Diagnostik bei wichtigen medizinischen und reha-relevanten Fragestellungen. 

Wo sind unsere Grenzen

Während der Therapie in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim konzentrieren wir uns auf unseren Rehabilitationsauftrag, der die erfolgreiche Behandlung Ihrer Suchterkrankung betrifft. Zudem können wir durch unsere eigene medizinische Abteilung, die mit den Möglichkeiten einer allgemeinmedizinischen/hausärztlichen Praxis arbeitet die körperlichen Erkrankungen unserer Patienten versorgen. Jedoch sind wir kein Akutkrankenhaus und verfügen auch nicht über die Möglichkeiten einer neurologischen oder orthopädischen Reha-Klinik oder Schmerzklinik und können deshalb keine schwer kranken und beeinträchtigten Patienten behandeln oder spezielle orthopädische, neurologische oder schmerztherapeutische Abklärungen oder Behandlungen gewährleisten. Auch verfügen wir nur über eine kleine physiotherapeutische Abteilung, sodass eine intensivierte Krankengymnastik bei uns nicht erfolgen kann.

Vorsorgeuntersuchungen sowie freiwillige, nicht dringliche oder nicht notwendige Behandlungen werden von uns weder durchgeführt noch veranlasst. Dies gilt auch für Zahnbehandlungen. Sorgen Sie deshalb bereits im Vorfeld der Therapie für einen sanierten Zahnstatus.

Besonders wichtig: Patienten, welche nicht in der Lage sind, sich selbstständig innerhalb unserer Klinik fort zu bewegen und im Wohnbereich zu versorgen, können wir nicht aufnehmen. Wir bieten keine pflegerische Unterstützung im Wohnbereich an. Vorübergehend krankheitsbedingt eingeschränkte Patienten werden auf unserer medizinischen Abteilung überwacht und fallsnotwendig in eine Akutklinik verlegt. 

Ebenso können wir Patienten nach akuten gesundheitlichen Ereignissen (zB Herzinfarkt; Schlaganfall, Operation etc.) erst dann aufnehmen, wenn der Genesungsprozess stabil ist und diese für alltägliche Tätigkeiten (An- und Ausleiden, Essenrichten, Baden/Duschen, Toilettengang, Wege innerhalb der Klinik) keine Unterstützung mehr benötigen. 

Patienten mit besonderen Bedürfnissen (PEG-Sonde, Tracheo- oder Ileostoma, chronischen Wunden) können wir nur dann aufnehmen, wenn sie in der Lage sind, diese selbstständig zu bedienen/pflegen/versorgen. Ebenfalls ist es wichtig, dass die dafür benötigten Materialien (Ersatzbeutel, Absauggerät, Verbandsmaterial etc.) über die Kranken-/Pflegekassen weiterhin verschrieben werden, denn dies ist nicht Gegenstand unseres Rehabilitationsauftrags. 

Bis auf die vom Robert-Koch-Institut für unsere Region empfohlene Zeckenschutzimpfung (wir ergänzen die bereits von niedergelassenen Kollegen angefangenen Impfserien, beginnen aber keine neuen!) werden in unserer Klinik keine weiteren Impfungen durchgeführt.
Falls Sie eine Grippeimpfung wünschen, sollte dies vor der Aufnahme durch Ihren Hausarzt durchgeführt werden. 

Bitte beachten Sie folgende Hinweise

Unsere Patienten werden gebeten, uns bereits im Vorfeld der Therapie einen Medikationsplan zu senden, so dass benötigte Medikamente rechtzeitig bestellt werden können. Da unsere Apothekenlieferung nur einmal wöchentlich erfolgt, ist es jedoch notwendig, dass Patienten eigene Medikamente für eine Woche vorrätig mitbringen.
Bei besonderen Medikamenten (Rheumamittel, Hepatitisbehandlung etc.) setzen wir uns mit Ihnen vor der stationären Aufnahme in Verbindung, um die Medikamentenversorgung lückenlos zu sichern.

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