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AGIL – Abstinent-Gesund-Interessiert-Lebensfroh!

Stationäre Rehabilitationsbehandlung mit älteren  Alkoholabhängigen - Auch im Alter wieder gut leben können!

Um den speziellen Bedürfnissen und Möglichkeiten älterer Abhängigkeitskranker besser gerecht zu werden, haben wir im Jahr 2004 AGIL! als spezielle Bezugsgruppe für ältere alkohol- und medikamentenabhängige PatientInnen eingerichtet. Die Gruppe richtet sich insbesondere an Personen, die nicht mehr im Erwerbsleben stehen.

Das inzwischen seit langen Jahren bewährte Behandlungskonzept sieht üblicherweise eine 8-12 wöchige Behandlungsdauer vor. Die Entscheidung für diese Behandlungsform erfolgt seitens der PatientInnen zumeist nach Information durch die vermittelnde Suchtberatungsstelle oder direkt in Absprache mit unserem Aufnahmesekretariat. Wir setzen voraus, dass PatientInnen entgiftet zur Behandlung erscheinen und in der Lage sind, sich innerhalb der Klinik selbständig zu bewegen und zu versorgen (Körperpflege, Teilnahme an den Mahlzeiten). Zudem dürfen keine geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen (z.B. Demenz, Psychose, schwere Depression) vorliegen, die die aktive Teilnahme an Einzel- und Gruppentherapie verhindern.
Hilfreich ist es, wenn auch die Angehörigen am Aufnahmegespräch beteiligt sind und so auch deren Erfahrungen und Einschätzungen in die individuelle Behandlungsplanung einfließen können.

Häufiger als jüngere leiden ältere PatientInnen vor allem an internistischen und orthopädischen Erkrankungen. Medizinischen Maßnahmen und altersgerechten Angeboten zur körperlichen Reaktivierung kommt daher wesentliche Bedeutung zu. Unsere medizinische Abteilung ist dafür kompetent verantwortlich. Bitte informieren Sie sich dazu auch auf unserer homepage unter „Abklärung und Behandlung von körperlichen Begleiterkrankungen“.

Psychotherapeutisch stehen neben der Vertiefung von Krankheitsverständnis und  akzeptanz vor allem altersgerechte Perspektiven einer gelingenden und befriedigenden Lebens- und Alltagsgestaltung im Vordergrund. Letztlich geht es darum, auch im Alter wieder gut leben zu können. Häufige psychotherapeutische Therapieziele sind:

  • die Vertiefung von Krankheitseinsicht, Krankheitsverständnis und Krankheitsakzeptanz
  • die weitere Stabilisierung der Abstinenzentscheidung und die Verbesserung der Bewältigungskompetenzen für potentielle Rückfallsituationen
  • die Förderung von Bewältigungskompetenzen im Umgang mit belastenden Situationen oder Gefühlen (Alleinsein, Einsamkeit, Langeweile, Trauer, Ärger, Angst…)
  • die Förderung von kreativen Fertigkeiten und Genuss- und Entspannungsfähigkeit
  • die Förderung einer realistischen und attraktiven Alltags- und Freizeitgestaltung und motivierende Hilfestellungen zum Aufbau eines abstinenzförderlichen sozialen Netzwerks
  • die Stärkung des partnerschaftlichen Stützsystems oder die Neudefinition von familiären Rollen und Beziehungsvereinbarungen
  • Auseinandersetzung mit Perspektivfindung und Rollenidentifikation im Alterungsprozess
  • die Motivierung zur Inanspruchnahme nachstationärer Unterstützungsangebote
  • gegebenenfalls Abklärung geistiger Leistungseinschränkungen (z.B. alkoholbedingte kognitive Defizite)
  • gegebenenfalls Abklärung und Behandlung psychischer Störungen (z.B. Depression, Angststörungen)

Ergänzend zur Bezugsgruppe und zur Kunsttherapie bieten vielfältige Vertiefungsgruppen (z.B. Rückfallvorbeugung, Depressionsbewältigung, Lebensplanung, Selbstbehauptung, Hirnleistungstraining, Entspannung, Genuß und Genießen) Gelegenheit, eigenes Erleben und Verhalten zu reflektieren, neue Kompetenzen zu erwerben und durch eigene Erfahrungen zu festigen. 

Die überwiegende Mehrzahl der älteren PatientInnen erlebt sich in diesem altersangepassten Setting deutlich integrierter und dabei mehr in Resonanz mit persönlichen Themen und Anliegen als in jüngeren Gruppen, in denen sie aufgrund anderer Lebensthemen und -perspektiven häufiger in eine Außenseiterrolle geraten. Andererseits ermöglicht die Einbettung in ein sonst gemischtes Behandlungsumfeld  dieser großen Klinik hinreichend Kontakt und Austausch zu jüngeren MitpatientInnen, wodurch vielfach wechselseitig förderliche Interaktionsprozesse unter PatientInnen jeglichen Alters angeregt werden. 

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