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Individualisierte Gruppentherapien in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim

Die Indikativen Gruppen

Das Programm der Indikativen Gruppen gewährleistet, dass individuelle Therapieschwerpunkte gesetzt werden können. Indikative Gruppen sind spezifische Therapiegruppen und werden auf der Grundlage der diagnostischen Befunde individuell mit Ihnen vereinbart. In der Regel können zwei Indikative Gruppen parallel besucht werden.

Achtsamkeit und Skills

„Du ertrinkst nicht, wenn Du in den Fluss fällst - Du ertrinkst nur dann, wenn Du drin bleibst“

Ziel der Gruppe ist es, mit Hilfe von neuen oder auch schon bewährten Strategien bzw. Tricks und Fertigkeiten (sogenannte Skills) Suchtdruck, Gefühlsüberflutungen und Stress-Situationen besser regulieren zu können. Dazu soll jeder Teilnehmer eine eigene Liste von „Skills“ erarbeiten, die es ihm ermöglichen, mit schwierigen Situationen und unangenehmen Gefühlen besser und geduldiger umzugehen. Wichtig ist es dabei zu lernen, die eigenen Anspannungszustände besser wahrzunehmen. Die Einführung in das Thema Achtsamkeit soll helfen, ablaufende Automatismen (gewohntes Verhalten, das wir einfach laufen lassen!) zu erkennen und diesen eine achtsame Haltung entgegenzusetzen. Die Achtsamkeitsübungen helfen im „Hier und Jetzt“ wieder einen Zugang zu unseren bewussten Entscheidungen und auch zu den eigenen Kraft- und Energiequellen im Alltag aufzubauen.

Achtsamkeitsbasierte Rückfallprävention

Die IG Achtsamkeitsbasierte Rückfallprävention (MBRP, nach Bowen, Chawla und Marlatt 2011) verbindet Methoden der verhaltenstherapeutischen Rückfallprävention mit Übungstechniken der achtsamkeitsbasierten Meditationspraxis. Achtsamkeit kann ein wertvolles Instrument zur Bewältigung von Suchtdruck und Suchtmittelverlangen sein.

In dieser Herangehensweise wird das Verlangen nicht abgelehnt, sondern Hinwendung und Annehmen sind hier die Wege für den Umgang mit Verlangen. Teilnehmende lernen ihre ganz persönlichen Rückfallrisikosituationen kennen und erlernen praktische Vorgehensweisen für den Umgang mit ihnen. Sie lernen aus automatischen Gedanken- und Verhaltensmustern auszusteigen, die Rückfälle auslösen können. Dadurch entwickelt sich ein größeres Gefühl von Wahlmöglichkeiten, Mitgefühl und Freiheit.

In 8 Sitzungen werden folgende Themen behandelt:

  • Autopilot und Rückfall
  • Trigger und Verlangen wahrnehmen
  • Achtsamkeit im Alltag
  • Achtsamkeit in Risikosituationen
  • Annehmen und geschicktes Handeln
  • Gedanken als Gedanken sehen
  • Selbstfürsorge und ausgeglichene Lebensweise
  • Soziale Unterstützung und Üben

Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung
(Erwachsenen-ADHS)

Diese Gruppe richtet sich an Patienten mit einer Erwachsenen-ADHS. Zusätzlich zu der diagnostischen Abklärung eines ADHS-Verdachts und einer medikamentösen Behandlung, die in der Klinik erfolgen kann, führt die psychotherapeutische Behandlung dieser Störung häufig zu einer Verbesserung des Umgangs mit den beeinträchtigenden Symptomen dieser Erkrankung.

Dabei werden folgende Themen in der Gruppe behandelt:

1. Information:

  • Was ist ADHS und wie entsteht ADHS?
  • Welche Symptome liegen vor?
  • Wann beginnt die Symptomatik und wie ist der Verlauf?
  • Welcher Zusammenhang besteht zu anderen psychischen Erkrankungen, besonders zum Substanzkonsum?
  • Wie kann man ADHS behandeln?

2. Wie gehe ich mit meinem ADHS um? Welche positiven und negativen Auswirkungen hat es auf mein soziales und berufliches Leben?

3. Selbstmanagement und Selbstregulation: wie kann ich problematisches Verhalten besser erkennen und verändern?

  • Verbesserung der Unaufmerksamkeit
  • Verbesserung der Organisation im Alltag
  • Stressmanagement
  • Stimmungsregulation
  • Kontrolle der Impulsivität
  • Umgang mit innerer Unruhe/Rastlosigkeit und Zappeligkeit

Ausdauerlaufen

Wenn Sie orthopädisch und organisch in der Lage sind, zu laufen (was Ihnen Ihr Bereichsarzt sagen wird), dann könnte diese Indikative Gruppe Ihnen helfen, die eigenen körperlichen Fähigkeiten besser kennen- und einschätzen zu lernen und Ihre Fitness zu verbessern. Durch regelmäßiges Ausdauerlaufen werden die Belastungsgrenzen erkannt, und Sie lernen einerseits, sich nicht immer wieder zu überfordern, andererseits können Sie - bei einer ängstlich-vorsichtigen Grundhaltung - den dann vorhandenen Unterforderungstendenzen entgegenwirken. Diese zuerst rein körperliche Erfahrung überträgt sich dann mit der Zeit auch auf den psychischen Bereich. Das Laufen hat sich als eine gute Methode zum Abbau von Stress und zur Förderung von Entspannung erwiesen und kann so auch die Abstinenz positiv beeinflussen, sofern es regelmäßig praktiziert wird. Wenn Sie sich für diese Gruppe entscheiden sollten, müssen Sie allerdings auch dazu bereit sein, in Ihrer Freizeit eine dritte Übungseinheit in Form einer „Hausaufgabe“ zu absolvieren, um den nötigen Muskelaufbau zu fördern.

Belastungen am Arbeitsplatz 

  • Sind Sie mit ihrem Arbeitsplatz unzufrieden?
  • Gibt es an Ihrem Arbeitsplatz Probleme mit den Kollegen oder dem Chef?
  • Fühlen Sie sich überfordert?
  • Gehen Sie mit Groll oder Angst zur Arbeit?
  • Setzten Sie sich häufig unter Druck, Dinge besser zu machen als andere?
  • Fehlt Ihnen die Fähigkeit, abzuschalten und sich zu entspannen?
  • Gelingt es Ihnen meistens nicht, Ihre Freizeit zu genießen und sich Freiräume zu schaffen, in denen Sie keine Leistung bringen müssen?

Wenn Sie auf diese Fragen mehrheitlich mit Ja antworten, dann könnte die Gruppe „Belastungen am Arbeitsplatz“ für Sie hilfreich sein. Sie können in dieser Gruppe lernen, ihre Einstellung zu Arbeit und Leistung, mit der Sie sich vielleicht selbst unter Druck setzen, zu ändern oder Möglichkeiten der Bewältigung für die oben genannten Probleme vorzubereiten.

Bewerbungscoaching

Diese Gruppe unterstützt Sie bei der Arbeitssuche, wenn Sie aktuell Arbeit suchend sind oder sich beruflich verändern möchten.

Inhalte des Bewerbungstrainings:

  • Was habe ich bisher für die Arbeitsuche unternommen und was waren meine Erfahrungen?
  • Wie soll mein weiterer beruflicher Weg aussehen?
  • Wie stelle ich Bewerbungsunterlagen zusammen?
  • Soll ich meine Abhängigkeit in Bewerbungsgesprächen ansprechen?
  • Wie verhalte ich mich effektiver in Bewerbungsgesprächen?
  • Was kann ich tun, um Absagen und Enttäuschungen besser zu verkraften?
  • Wie verhalte ich mich bei telefonischen Bewerbungen?
  • Stellensuche im Internet und Versenden von Bewerbungen.

Ziele des Bewerbungstrainings:

  • Sie können lernen, in Bewerbungssituationen und im Umgang mit Behörden (z.B. Agentur für Arbeit, Jobcenter) selbstsicherer zu werden, Ihre persönlichen Stärken und Ihre beruflichen Erfahrungen überzeugender einzubringen.
  • Sie erhalten Hilfe und Unterstützung um bereits während des Klinikaufenthaltes aktuelle Bewerbungen zu versenden.

Außerdem finden zwei Vorträge (Job-Info) mit Informationen zum Arbeitsmarkt und zu Rechten und Pflichten Arbeitssuchender statt.

Denken - Fühlen - Handeln

Wenn Sie merken, dass Sie in bestimmten Situationen immer wieder mit starken, überschießenden Gefühlen (Angst, Traurigkeit, starker Ärger, übermäßigem Gekränktsein usw.) reagieren, wenn Sie diese Reaktionsweise belastet und wenn andere diese Reaktion nicht nachvollziehen können, kann es sein, dass diesen Gefühlen ungünstige Gedanken, wie z. B. „Wenn jemand kritisiert, was ich tue, bin ich ein totaler Versager“ oder „Ich fühle mich nur dann gut, wenn ich anderen alles recht mache“ zugrunde liegen. In dieser Gruppe geht es nun darum, solche ungünstigen Gedanken zu erkennen, die dazugehörenden Gefühlsreaktionen zu überprüfen und evtl. zu verändern. An aktuellen Beispielen aus der Gruppe wird der Zusammenhang von Denken und Gefühlsreaktionen verdeutlicht und es werden Möglichkeiten erarbeitet, sich selbst günstiger zu bewerten und zu verhalten.

Depression

Diese Gruppe richtet sich an Patienten, die immer wieder mit depressiven Stimmungen oder Phasen von Niedergeschlagenheit zu kämpfen haben, in denen es ihnen schwer fällt, sich zu etwas aufzuraffen und die Welt nur noch grau erscheint, sie sich zurückziehen oder auch zum Grübeln neigen. Diese Stimmungen werden dann unter anderem zum Auslöser für Suchtmittelkonsum.

Ziel der Gruppe ist es, mit Ihnen gemeinsam ein Erklärungsmodell zu erarbeiten und daraus mögliche Ansatzpunkte zur längerfristigen Bewältigung der Stimmungseinbrüche abzuleiten. Neben Informationen zu Depression als Krankheit werden hier Fertigkeiten vermittelt, die es Ihnen Schritt für Schritt ermöglichen können, wieder aktiv am Leben teilzunehmen und selbst Einfluss auf Ihre Stimmung zu nehmen. Über das Aufspüren von typischen depressiven Gedanken wie beispielsweise „Ich bin ein Versager“ oder „Bei mir geht immer alles schief“ können solche negativen Selbstbewertungen hinterfragt und eventuell verändert werden. Auch mögliche Strategien zum Umgang mit Grübeln werden angeboten.

Drogenkonsum

Die Indikation richtet sich speziell an Patienten, bei denen ein Missbrauch oder eine Abhängigkeit von Drogen vorliegt. Analog zur IG Motivation besteht sie aus vier Einheiten und findet einmal pro Woche Dienstagnachmittags statt:

  • 1. Einheit: Allgemeines zu Drogen, doppeltes Wirkspektrum, Lerntheorien, Belohnungsaufschub. Hausaufgabe: Gewinnliste, Verwöhnliste
  • 2. Einheit: Vorgänge im Gehirn, THC-Konsum und Motivation, Suchtgedächtnis
  • 3. Einheit: Phasen des Ausstiegs, Auslösereize, klassisches Konditionieren, Verstärkerlernen
  • 4. Einheit: Rückfallprophylaxe, Craving, Grundannahmen zu Suchtmitteln, Drehbuch eines Rückfalls umschreiben, S-O-B-E-R.

Entspannung

Suchtmittel haben bei den allermeisten Menschen auch eine entspannende Wirkung. Für ein abstinentes Leben kann es deswegen von Bedeutung sein, andere Entspannungsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben. Diese Gruppe hilft Ihnen, Stress abzubauen, sich zu entspannen, zur Ruhe und zu sich selbst zu finden. Als Methode wird die „Progressive Muskelentspannung“ (nach Jacobson), begleitet von Übungen zur Körperwahrnehmung, eingesetzt.

Freizeitkompetenz

In dieser Indikativen Gruppe werden Sie aktiv an der Gestaltung der jeweiligen 2 Stunden beteiligt. Die Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen, selbstbestimmt und eigenverantwortlich die Freizeit zu gestalten, sollen geübt und geschult werden. Anregende und richtungweisende Ideen werden von der Therapeutin genannt. Hauptaugenmerk liegt auf dem Erleben von Natur. Sinne werden dabei geschult und der persönliche Radius kann erweitert werden. Dies erfolgt spielerisch und kreativ. Weniger das Künstlerische als der Spaß am Umgang mit Naturmaterialien stehen im Vordergrund. Gearbeitet wird mit jedem Einzelnen individuell und mit der Gruppendynamik.

Ziel ist die Fähigkeit, mit Freizeit konstruktiv umzugehen, Bewegung und alternative Beschäftigung möglichem Suchtdruck entgegen zu setzen und zwischen realistischen und weniger realistischen Freizeitvorstellungen unterscheiden zu lernen.

Genuss und Genießen

Zur zufriedenen Abstinenz gehört es sicher auch, sich wohl zu fühlen, genießen zu können und Lebensfreude zu haben. Für alle, die sich ein genussreiches Leben ohne Suchtmittel nur schwer vorstellen können, deren Leben vorrangig aus Arbeit besteht, die sich eher niedergeschlagen fühlen, bzw. die einfach noch nie darauf geachtet haben, was sie dafür tun können, sich wohl zu fühlen, gibt es das Angebot der Genussgruppe. Hier werden Sie dazu angeleitet, ihre „fünf Sinne“ (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Tasten) bewusst einzusetzen und dabei vielleicht überraschende Erfahrungen zu machen. Außerdem geht es auch darum, Bedingungen, die zum Genuss nötig sind, kennen zu lernen und zu überlegen, wie diese auch in Ihren eigenen Alltag übertragen werden können.

Hirnleistungstraining

Da der Alkohol auch negative Auswirkungen auf Ihre kognitiven Fähigkeiten haben kann, setzen wir ein computergestütztes Trainingsprogramm ein. Dabei können Sie auf spielerische Weise folgende kognitiven Fähigkeiten trainieren: Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis, Konzentration, geteilte Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Reaktion und Wortspeicher. Sie trainieren dabei 3-mal wöchentlich unter therapeutischer Anleitung und selbstständig in weiteren Übungseinheiten.

Körperwahrnehmung für Frauen

„Das schlägt mir auf den Magen“, „Das geht mir unter die Haut“, „Kribbeln im Bauch“, „Einen Kloß im Hals haben“... Diese und andere Redewendungen zeigen, dass unser Körper auf das reagiert, was wir tun und erleben. Häufig wird dem jedoch zu wenig Bedeutung beigemessen und die Signale des Körpers werden zu wenig 19 beachtet oder negativ bewertet. Deshalb bieten wir in unserer Gruppe körperbezogene Übungen an, in der die Wahrnehmung der eigenen Körpersignale (Anspannung, Entspannung, Schmerzen, Wohlbefinden, Haltung, Atmung usw.) in den Vordergrund gestellt wird. Dadurch gelingt es dann oft leichter, einen Zugang zu eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu entdecken. Häufig entwickeln sich daraus Gespräche über die Themen, die den anwesenden Frauen in diesem Zusammenhang wichtig erscheinen (z. B. Situation als Frau/Mutter/Tochter; Verhalten in Beziehungen/Partnerschaft; Ängste, Unsicherheit, Umgang mit Ärger und Wut, Sexualität, Essen, Unter-/Übergewicht). Der Zugang zu bestimmten frauenspezifischen Themen kann hier direkter und leichter geschaffen werden. Hemmungen, die in Gegenwart von Männern auftreten, können hier abgelegt werden.

Kreativität

Hier können Sie aus unserem Angebot (siehe Kunsttherapie) das auswählen, was Ihrer Neigung und Ihrem Interesse entspricht. In entspannter Atmosphäre einer Kleingruppe können Sie sich Ihrem Schwerpunkt widmen und mit Ihren Ideen experimentieren.

Die Förderung kreativer Freizeitgestaltung als ein Ziel der Kunsttherapie ist das Hauptanliegen dieser Indikativgruppe.

Kunsttherapie und Selbsterkenntnis

Als Ergänzung zu der Kunsttherapie in Ihrer Bezugsgruppe können Sie sich in dieser Gruppe über gestalterische Übungen und Themen besser kennenlernen. Oft fällt dies mit Gestaltung leichter als im Gespräch:

  • Wer bin ich - wo habe ich meine Stärken und Schwächen?
  • Wie wirke ich auf Andere?
  • Meine Sucht ist für mich wie… Was setze ich ihr entgegen …?
  • Gefühle … was sind das eigentlich?

Sie arbeiten dabei für sich alleine oder setzen Ihre kreativen Ideen im Team mit Anderen um. Außer Ihrer Neugier brauchen Sie dazu keinerlei gestalterischen Kenntnisse und Vorerfahrungen!

Lebenskompass

Erwerbstätigkeit und Aufgaben in der Familie (Kindererziehung, Pflege u.ä.) können unter anderem unser Leben strukturieren und stellen eine mögliche Quelle persönlicher Befriedigung, sozialer Kontakte und des Selbstwertgefühls dar. Bei Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Veränderungen innerhalb der Familie aber auch nach dem Eintritt in die Altersrente steht uns dies längerfristig nicht als eine solche Quelle zur Verfügung. Dann ist es hilfreich, diese „Lücke“ auf andere sinnstiftende Weise zu füllen.

Die Gruppe Lebenskompass möchte Sie darin unterstützen, Ihren Alltag zu strukturieren, engagiert im Sinne Ihrer Werte zu handeln und Ihr Leben ohne Suchtmittel erfüllend zu gestalten. Dabei könnte es um folgende Fragen gehen:

  • Was ist mir wichtig im Leben?
  • Wofür soll mein Leben stehen?
  • Was ist mein Glück?
  • Wo(bei) blühe ich auf?
  • Was möchte ich mit meiner Zeit und Energie anfangen?
  • Was kann ich ab sofort dafür tun?

Motivierung

Vor allem in der Anfangsphase der Behandlung löst die Beschäftigung mit dem eigenen Trinkverhalten oft widersprüchliche Gefühle und Gedanken aus (z.B. „Lohnt sich die Abstinenz für mich wirklich?“) In der IG Motivierung können Sie Informationen erhalten, um solche Widersprüche aufzulösen und Unterstützung, passende Therapieziele und -inhalte zu finden. Diese Gruppe ist eine sinnvolle Ergänzung zu den Motivationsvorträgen und den verhaltensmedizinischen Vorträgen.

Nordic Walking und Entspannung

In dieser Gruppe können Sie das Nordic Walking einüben und in weiteren selbstständigen Übungseinheiten trainieren. Das Nordic Walking ist eine gelenkschonende Methode zum Aufbau von Fitness, die auch bei eingeschränkten körperlichen Möglichkeiten erlernt und praktiziert werden kann. Außerdem lernen Sie in dieser Indikativgruppe eine relativ leicht umsetzbare Atementspannung kennen, die Sie gut in Ihren Alltag übernehmen können. Sie kann dazu beitragen, körperliche und seelische Belastungen abzubauen und ruhiger zu werden. So können Sie lernen, zum Beispiel in Stresssituationen erst einmal „durchzuatmen“ oder „Luft abzulassen“.

Pathologisches Glücksspielen

Patienten mit der Diagnose „Pathologisches Glücksspielen“ werden angeleitet, ihr Glücksspielverhalten zu analysieren, sich mit ihren auf das Glücksspiel bezogenen Gedanken und Fantasien auseinanderzusetzen und Strategien für den Umgang mit Risikosituationen zu erwerben. Sie erarbeiten Lösungsansätze für die durch das Glücksspiel verursachten Lebensprobleme (Geldmanagement, Schuldenregulierung) und erwerben Rückfallvorbeugungsstrategien. Weitere Schwerpunkte sind die therapeutische Bearbeitung von Selbstwertproblemen, von Problemen der Gefühlsregulation sowie Zusammenhänge von Glücksspielverhalten und stoffgebundener Sucht.

PC - Basis und Aufbaukurs

Ziel ist die Vermittlung von Grundkenntnissen, die heute für die Arbeitssuche notwendig sind (Arbeitsplatzsuche im Internet, das Schreiben einer Bewerbung auf dem PC etc.).

PC-Basiskurs:
Ziel ist, einen einfachen Text in Word erstellen, formatieren, speichern und drucken zu können. Inhalt: Wie arbeitet der PC? Übung im Umgang mit der Maus und Tastatur, Texteingabe in Word, erste Gestaltungsmöglichkeiten, richtiges Speichern, Druckereigenschaften. Voraussetzung: keine. Diverse Übungsblätter werden zur Verfügung gestellt.

PC-Aufbaukurs:
Ziel: Korrektes Anschreiben nach DIN 5008 erstellen (z.B. für eine Bewerbung). Inhalt: Kopf- und Fußzeilen, Tabellen, Einfügen von Grafiken, Recherche im Internet. 21 Voraussetzung: PC-Basiswissen. Diverse Übungsblätter werden zur Verfügung gestellt.

Praktische Ernährungslehre

Hier können Sie lernen, sich gesund und richtig zu ernähren. Welche Bausteine gehören zu dem täglichen Bedarf, wie viele verschiedene Nährstoffe müssen im Essen enthalten sein? Sie bereiten einfache Gerichte selbst zu, lernen den Umgang mit Lebensmitteln und deren Verwendungsmöglichkeiten. Diese Gruppe ist dann für Sie geeignet, wenn Sie lernen wollen, sich selbst zu versorgen, oder dies besser als in der Vergangenheit zu tun.

Raucherentwöhnung

Da Suchtkranke häufig auch starke Raucher sind, führen wir ein begleitendes Raucherentwöhnungsprogramm durch, das aus einem Motivierungsprogramm für noch nicht ausreichend abstinenzmotivierte Patienten und einem verhaltenstherapeutischen Entwöhnungsprogramm einschließlich Nikotinsubstitution mittels Pflaster besteht. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen, bietet Ihnen diese Gruppe die nötige Unterstützung.

Rückfallprävention

Verlangen (= Wunsch oder Gedanke, Suchtmittel einzunehmen, in unterschiedlicher Stärke von Gelüsten bis zur Gier, zum Teil als „Saufdruck“, „Suchtdruck“ bezeichnet) ist ein Kernbestandteil jeder Suchtmittelabhängigkeit. Viele Betroffene fühlen sich dadurch bedroht, viele setzen – oft fälschlicherweise - darauf, dass es infolge einer erfolgreichen Therapie nicht mehr auftreten wird und zweifeln beim erneuten Auftreten von Verlangen an der Therapie, an sich und ihrer Abstinenzfähigkeit. In der „Rückfallprävention“ geht es darum, Verlangen zu verstehen, Möglichkeiten zu erlernen und einzuüben, Verlangen zu bewältigen, ja es vielleicht sogar als Helfer für die Lebensführung zu nutzen.

Rückfallprävention für Arbeitslose

Arbeitslose Suchtkranke weisen nicht nur höhere Rückfallquoten auf, sondern ihre Rückfälle treten nach Forschungsergebnissen aus unserer Klinik auch rascher ein. Die zentralen Rückfallbedingungen liegen auch bei Arbeitslosen in belastenden Gefühlszuständen (z.B. Selbstwertbeeinträchtigungen oder depressiven Stimmungszuständen aufgrund der Arbeitslosigkeit), Trinkverführungen (z.B. Aufenthalt in Alkohol konsumierenden Cliquen) oder sozialen Konflikten (z.B. mit der Arbeitsverwaltung oder im Freundes-/Familienkreis). Daneben dürfte bei Arbeitslosen das Fehlen eines Abstinenz stabilisierenden sozialen Netzwerks eine bedeutende Rolle in der Rückfallentstehung spielen. Die individuellen Rückfallrisiken von arbeitslosen Suchtkranken und die Erarbeitung von individuellen Rückfallpräventionsmaßnahmen stehen deshalb im Mittelpunkt dieser Indikativgruppe.

Schwimmen

Schwimmen kann Spaß machen, entspannen, den Muskelaufbau fördern und ist oft auch für diejenigen geeignet, die z.B. aufgrund von Beschwerden der Wirbelsäule wenig Sport treiben können. Auch wenn Sie Angst vor Wasser haben und schwimmen lernen wollen, können Sie hier Unterstützung bekommen. Wir gehen 2-mal in der Woche im Winter ins Hallenbad nach Backnang, im Sommer ins Freibad nach Oppenweiler. Bei schlechtem Wetter im Sommer findet ein Alternativprogramm statt.

Selbstbehauptung für Frauen

Wie kann ich selbstbewusst auftreten ohne verbissen zu wirken? Wie kann ich mich im Alltag durchsetzen ohne mich aufzureiben? Solche und ähnliche Fragen können in dieser Gruppe angegangen werden.

Im Mittelpunkt steht das Vermitteln von Selbstbehauptungsstrategien: wie stelle ich Forderungen, wie sage ich Nein, wie gehe ich mit Kritik um und wie stelle ich mich positiv dar. Darüber hinaus beschäftigen wir uns damit, wie sich Frauen daran hindern, sich selbstsicher zu verhalten. Deshalb setzen wir uns mit den Werten, Ge- und Verboten auseinander, die auf dem Weg zum Frausein verinnerlicht wurden. Besonders wichtig ist uns auch, Ihren Blick für Ihre Stärken und Ihre Fähigkeiten zu schärfen.

Selbstfürsorge für Frauen mit traumatischen Erfahrungen

Dies ist eine Gruppe für Frauen die sehr belastende Lebensereignisse erfahren haben und

  • die wieder ihre Stärken zurückgewinnen möchten,
  • die lernen möchten, sich von emotionalen Schmerzen und schmerzhaften Erinnerungen zu distanzieren – ohne Suchtmittel einzusetzen,
  • die ihre eigenen Bedürfnisse ernst nehmen wollen und gut für sich sorgen wollen,
  • die lernen wollen, Grenzen zu setzen,
  • die ihr Leben wieder steuern möchten und dabei aber auch lernen möchten, Hilfe anzunehmen.

Selbstsicherheit und Kontakt

Der langjährige Alkohol- und Medikamentenmissbrauch geht oft einher mit Gefühlen von Versagen, Schuld und Wertlosigkeit. Die Folge des Suchtmittelmissbrauchs ist es dann, „Ja“ zu sagen, wenn man eigentlich „Nein“ sagen möchte, die Meinung anderer wichtiger zu nehmen als die eigene, Angst vor Kritik und Fehlschlägen zu haben. Von vielen Abhängigen wird das Suchtmittel dazu eingesetzt, um sich im Kontakt mit anderen sicherer zu fühlen, mit Konflikten besser zurechtzukommen. Gleichzeitig führt aber fortgesetzter Suchtmittelmissbrauch oft zu Schwierigkeiten im Kontakt bis hin zur Isolation. In der Gruppe „Selbstsicherheit und Kontakt“ geht es darum, die Fähigkeiten, die zu selbstsicherem Verhalten und zufriedenstellenden Kontakten nötig sind, zu erlernen und die eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen bzw. weiterentwickeln zu können.

Umgang mit belastenden Gefühlen

Manche Alkoholabhängige haben wenig Zugang zu ihren Gefühlen oder fühlen sich ihren Gefühlen ausgeliefert. Darüber hinaus werden Gefühle durch langjährigen Suchtmittelmissbrauch oft unterdrückt oder verändert. In der Abstinenz werden diese Gefühle entweder schmerzhaft spürbar oder erscheinen nur unklar und sind schwer einzuordnen. In dieser Indikativgruppe geht es darum, einen verbesserten Zugang und eine hilfreiche Einstellung zu belastenden Gefühlen (z.B. Einsamkeit, Verbitterung, Wut, Niedergeschlagenheit, usw.) zu entwickeln und mit ihnen besser umgehen zu lernen. Dazu ist eine systematische Selbstbeobachtung und das Einschätzen von Zusammenhängen von Gefühlen, Körperempfindungen, Gedanken und Verhaltensweisen hilfreich.