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Behandlungsangebot für Burnout der Klinik Berus

Burnoutbehandlung und Burnoutprävention im Saarland

Mit sehr positiver Resonanz reagierten die Teilnehmer auf das Behandlungskonzept für Burnout, das seit September 2008 an der MEDIAN Klinik Berus umgesetzt wird. Dieses Behandlungskonzept ist ressourcenorientiert und zielt darauf ab, bei einem vorliegenden Burnout das körperliche und psychische Gleichgewicht wieder herzustellen und sich vor einem erneuten Burnout zu schützen. Neben verhaltenstherapeutischer Einzeltherapie sind die interaktionelle Burnoutgruppe, die psychoedukative Gesundheitsgruppe, begleitende Entspannungsverfahren, Sport- und Bewegungstherapie sowie bei Bedarf Selbstsicherheitstraining und euthyme Therapieangebote als zentrale Behandlungsbausteine gut auf einander abgestimmt.

Das Burnout-Syndrom

Im Zusammenhang mit dem wachsenden Leistungs- und Erfolgsdruck, zunehmender Komplexität und Schnelllebigkeit vieler beruflicher Tätigkeitsfelder, häufig zunehmendem „Freizeitstress“ und gleichzeitig abnehmenden persönlichen und familiären Ressourcen haben psychosomatische Erkrankungen bei Stress- und Burnout in letzter Zeit stetig zugenommen. Dem aktuellen Forschungsstand nach leidet mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen unter Stresssymptomen, ca. 25% haben ein Burnout-Syndrom.

Typische Symptome von Burnout („Ausbrennen“) sind zunehmende körperliche und emotionale Erschöpfung, damit einhergehend Verlust der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit, häufig massive Konzentrationsstörungen, innere Unruhe, Schlafstörungen und andere funktionelle Körperbeschwerden. In der Regel kommt es nach ursprünglich großem beruflichen oder privaten Engagement bei zunehmender Überforderung und verstärkten Kompensationsversuchen schließlich zu Rückzugsverhalten, der Aufgabe positiver Aktivitäten und Kontakte, zu Ängsten, Hilflosigkeit und Versagensgefühlen. Nicht selten geht das Burnout-Syndrom mit psychosomatischen oder körperlichen Begleiterkrankungen einher, wie depressiven Störungen, Angststörungen, somatoformen Störungen, Bluthochdruck, orthopädischen Beschwerden bei Verspannungen, chronischem Tinnitus usw.. Langfristig kann sich eine immer negativer werdende Einstellung zu den anfänglich als positiv erlebten Herausforderungen und eigenen Fähigkeiten entwickeln. Oft sind massive Selbstwertprobleme und zunehmende Selbstunsicherheit eine weitere langfristige Folge.

Ursachen von Burnout

Das Burnout-Syndrom kann vielfältige Ursachen haben, die meist miteinander in Wechselwirkung stehen. Umweltbedingungen wie hohe berufliche oder private Belastungen, stressreiche bzw. konfliktbelastete Arbeitsplatzbedingungen bis hin zu lang andauerndem, systematischem Mobbing, fehlende soziale Unterstützung bzw. Mangel an Anerkennung oder fehlende persönliche Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten können ebenso zum Burnout führen wie persönliche Eigenanteile in Form von zu ausgeprägter Leistungsorientierung, zu starkes Perfektionismusstreben, zu defensives oder unangemessenes Konfliktverhalten, Übergehen eigener Leistungsgrenzen oder Vernachlässigung von Freizeitausgleich und Erholung. Wenn die zunehmenden Belastungen durch die abnehmenden Ressourcen nicht mehr ausgeglichen werden können, kommt es zu einem wachsenden körperlichen und seelischem Ungleichgewicht mit den beschriebenen Stress- bzw. Burnout-Symptomen.

Behandlung und Prävention des Burnout-Syndroms

Menschen mit stressbedingten psychosomatischen Erkrankungen und Burnout-Syndrom können in psychosomatischen Fachkliniken wirkungsvoll behandelt werden. Die Betroffenen gewinnen zu ihren alltäglichen Problem- und Konfliktfeldern Abstand und haben unter professioneller medizinischer und psychotherapeutischer Anleitung die Möglichkeit, sich zu erholen, verloren gegangene Ressourcen wieder zu entdecken und Selbsthilfestrategien zur Stressbewältigung und Burnout-Prophylaxe zu erlernen. Dadurch wird die Lebensqualität verbessert sowie die Arbeits- und Leistungsfähigkeit wieder hergestellt bzw. erhalten.

Fallbeispiel:

So berichtet Herr S., 36-jähriger Angestellter, der nach großem beruflichen Engagement und zahlreichen Überstunden seit längerem unter einem zunehmenden Burnout-Syndrom litt und schon wochenlang arbeitsunfähig war, dass sich sein körperliches und psychisches Befinden im Lauf der stationären psychosomatischen Behandlung deutlich gebessert und er vieles darüber gelernt habe, wie er mit Alltagsbelastungen besser umgehen und sich vor einer erneuten Erschöpfung schützen kann. Er sehe inzwischen wieder nach vorne und wolle bei Rückkehr in seinen Beruf das umsetzen, was er in der Klinik gelernt habe. Inzwischen arbeitet Herr S. wieder bereits längere Zeit und kommt sowohl in seinem Beruf als auch in seinem Privatleben wesentlich besser zurecht, indem er früher auf seine Bedürfnisse und Grenzen achtet. Er hat gelernt, sich besser abzugrenzen und in seiner Freizeit für positiven Ausgleich zu sorgen.

Behandlungsgrundsätze bei Burnout

Neben Erholung und „Wiederaufladen leerer Akkus“ sowie gezieltem Einüben von Selbsthilfestrategien zur Stressbewältigung rückt im Behandlungsverlauf die Früherkennung körperlicher und seelischer Warnsignale zur Burnout-Prophylaxe immer mehr in den Vordergrund. Die Betroffenen werden durch Informationen und systematische Selbstbeobachtung mit Verhaltensanalysen zu Experten ihrer eigenen Erkrankung. Sie lernen, mehr auf ihre Bedürfnisse, Gefühle und Grenzen zu achten, und optimieren ihre Lebensgewohnheiten. Nur durch praktische Selbsthilfe im Alltag kann die Behandlung langfristig erfolgreich sein.

Neues Behandlungskonzept für Burnout an der MEDIAN Klinik Berus im Saarland

Aufgrund der deutlich gestiegenen Nachfrage und der klinischen Erfahrung, dass viele psychosomatische Erkrankungen das Ergebnis von chronischem Stress und Burnout sind, wurde an der MEDIAN Klinik Berus ein spezielles Konzept zur Behandlung und Prävention des Burnout-Syndroms entwickelt. Neben individueller Einzeltherapie umfasst das Therapiekonzept auch den Austausch und das Training in gruppen-therapeutischen Angeboten:

In verhaltenstherapeutischer Einzelbehandlung werden auf der Grundlage einer individuellen Verhaltens- und Bedingungsanalyse gemeinsam die persönlichen Therapieziele entwickelt sowie langfristig wirksame Selbsthilfestrategien, zugeschnitten auf den persönlichen Einzelfall und die jeweilige Lebenssituation, vermittelt und eingeübt. Unter Selbsthilfe werden hier sowohl Strategien zur Bewältigung akuter Stresssituationen als auch vorbeugende Möglichkeiten zur langfristigen Burnoutprophylaxe verstanden.

Eine Gesundheitsgruppe mit Informationsvermittlung zu Stress- und Ärgerbewältigung, Kommunikation und Konfliktmanagement sowie Umgang mit funktionellen Körperbeschwerden vermittelt grundlegendes Wissen über psychosomatische Zusammenhänge bei chronischem Stress und Burnout. Indem die Patienten zu „Experten“ ihrer eigenen Erkrankung werden, eröffnen sich Möglichkeiten zur Selbsthilfe.

Eine spezielle Burnoutgruppe bietet Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch und Erlernen von Selbsthilfestrategien zur Stressbewältigung und Burnoutprophylaxe. Hier geht es um die Themen: Erkennen von Zusammenhängen zwischen Ursachen, Symptomen und Folgen von Burnout, frühzeitiges Wahrnehmen von Warnsignalen, Erlernen von Stressbewältigungsstrategien, Möglichkeiten zur Verbesserung der Abgrenzungsfähigkeit bei Belastungen, Ausbau von Ressourcen zur Stressprophylaxe, Überprüfung von Erwartungen und Zielen bzw. Auseinandersetzung mit Anspruch und Leistungsstreben, verbesserte Selbstorganisation mit Zeitmanagement und Gesundheitsverhalten sowie Umgang mit Ärger und Konflikten.

Die Teilnahme am Selbstsicherheitstraining ist dann indiziert, wenn jemand selbstsicherer werden und seine soziale Kompetenz verbessern will. Das selbstsichere Verhalten wird unter professioneller Anleitung in Rollenspielen und bei therapeutischen Übungen im Alltag trainiert.

Verschiedene Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Tiefenentspannungstraining, Atemtherapie, Yoga oder Tai Chi können zum Wiedererlernen der Entspannungsfähigkeit trainiert werden.

Achtsamkeitstraining, Musiktherapie, Meditatives Gestalten, Genussgruppe oder andere euthyme Angebote, die nichts mit Problemen zu tun haben, unterstützen durch ihre Ressourcenorientierung den Wiederaufbau von positivem Erleben und Genussfähigkeit.

Sport- und Bewegungstherapie (v.a. regelmäßiger Ausdauersport), sowie gesunde Ernährung (bei Bedarf Ernährungsberatung) sind grundlegende Säulen für den Therapieerfolg.

Begleitende Erkrankungen wie Depressionen, Ängste, chronischer Tinnitus, Essstörungen oder auch orthopädische Beschwerden werden in weiteren Therapieangeboten behandelt.

Das Behandlungskonzept für Burnout an der MEDIAN Klinik Berus ist ressourcenorientiert. Das körperliche und psychische Gleichgewicht soll zum einen dadurch wieder hergestellt werden, dass verloren gegangene Ressourcen wiederentdeckt, neue Energiequellen erschlossen sowie neue Kompetenzen aufgebaut werden, zum anderen sollen die Belastungsfaktoren durch gezielte Auseinandersetzung und verbesserten Umgang mit ihnen schrittweise abgebaut werden.

Ansprechpartner:

Dipl.-Psych. Rolf Keller
Leitender Psychologe
Psychologischer Psychotherapeut