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Mobbing - ein Behandlungsschwerpunkt in der Klinik Berus

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Was ist Mobbing? 

Unter Mobbing wird eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren Personen systematisch und während längerer Zeit mit dem Ziel der Ausgrenzung direkt oder indirekt angegriffen wird („Schikanen”). Es kann dabei zu bestimmten Handlungen kommen: 

  • Angriffe auf die Möglichkeit sich mitzuteilen, z.B. man wird ständig unterbrochen 
  • Angriffe auf soziale Beziehungen, z.B. man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen 
  • Angriffe auf das soziale Ansehen, z.B. man verbreitet Gerüchte 
  • Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation, z.B. man gibt ihm oder ihr sinnlose Arbeitsaufgaben  
  • Angriffe auf die Gesundheit, z.B. Androhung körperlicher Gewalt 

Als Folgen von Mobbing können je nach individuellen Verarbeitungsmustern und persönlicher Erfahrung Dienst nach Vorschrift, innere Kündigungsprozesse mit Rückzug, Kränkungen und reduzierte Leistungsfähigkeit auftreten. Daneben werden bei den Betroffenen verschiedene Symptome von Krankheitswert beobachtet: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen, Nervosität, depressive Verstimmungen und Erschöpfungssyndrome, Angstreaktionen (v.a. Versagensängste) und Somatisierungsstörungen, Selbstwertkrisen, posttraumatische Belastungsstörungen, Tinnitus, Suizidalität, vermehrte Einnahme von Medikamenten und Alkoholmissbrauch.

Ursachen

Welche Ursachen kann Mobbing haben?

Die Ursachen von Mobbing können sehr vielfältig sein; häufig spielen folgende Faktoren eine Rolle: 

  • Schlechtes Betriebsklima 
  • Drohender Arbeitsplatzverlust 
  • Existenzängste 
  • Arbeitsüberlastung 
  • Führungsprobleme (Bossing)
  • Kommunikationsstörungen 
  • Defizite in Konfliktbewältigung  
  • Mangelnde soziale Kompetenz 
  • Fehlende Kommunikationsfähigkeit 
  • Fehlende Problemlösefähigkeit 
  • Mangelnde Stressverarbeitung 
  • Erhöhte Kränkbarkeit
  • Fehlende Distanzierungsfähigkeit

Behandlung

Was sind die Behandlungsziele? 

Allgemeine Ziele unserer Behandlung von Mobbing sind: 

  • Erkennen der Eigen- und der Fremdanteile an dem Arbeitsplatzkonflikt 
  • Erlernen neuer Konfliktlösestrategien 
  • Erweiterung der sozialen Kompetenz 
  • Bessere Stressbewältigung 
  • Steigerung von Lebensqualität, Lebensfreude und Bewegungsfreiheit im Alltag 

Darüber hinaus wird gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein ganz persönlicher Behandlungsplan mit individuellen Auswegen aus dem Teufelskreis von Mobbing erstellt.  

     

Wie behandeln wir Mobbing in der MEDIAN Klinik Berus im Saarland? 

  • Einzeltherapie mit Analyse der Arbeitsplatzprobleme 
  • Mobbinggruppe mit speziellen Informationen zu Mobbing und dem Erlernen von Bewältigungsmöglichkeiten  
  • Bearbeitung der Hauptsymptomatik (z.B. Depressionen oder Ängste) 
  • Selbstsicherheits- und Problemlösetraining 
  • Entspannungstraining 
  • Bewegungs- und Sporttherapie 
  • Ergotherapeutische Einzelbehandlung 
  • Ergotherapeutische Projektgruppe 

   Und je nach individuellem Bedarf z.B.:  

  • Angstbewältigungsgruppe 
  • Depressionsbewältigungsgruppe 
  • Physiotherapeutische Maßnahmen 

Ansprechpartner:

Dipl. Psych. Moritz Holz
Leitender Psychologe
Psychologischer Psychotherapeut

Ergebnisse zum Behandlungsschwerpunkt: Psychosomatische Störungen bei Mobbing

Seit 1999 wurden mehr als 3000 Patientinnen und Patienten behandelt, ca. ein Drittel Männer (35 %) und ca. zwei Drittel Frauen (65 %). Die Erstdiagnosen der an Mobbing erkrankten Patienten gruppieren sich im Wesentlichen um die verschiedenen Ausprägungen einer depressiven Erkrankung. Was die Komorbidität betrifft, lässt sich festhalten, dass nur ca. ein Fünftel keine Zweitdiagnose hatten. Als Komorbidität bezeichnet man einen Zustand, bei dem eine Person an mehreren Krankheitsbildern gleichzeitig erkrankt ist. Komorbiditäten wie z.B. eine Suchterkrankung und das gleichzeitige Vorliegen einer Psychose sind häufig, besonders bei der Einnahme von Drogen im Jugendalter. Psychiatrische Komorbiditäten können in den darauf spezialisierten Kliniken von MEDIAN mit gezielten therapeutischen Maßnahmen behandelt werden. Rechtzeitig und fachkundig behandelt ist die Prognose gut.

Zum Therapieergebnis zeigt sich, dass im BDI (Beck-Depressions-Inventar) zum Ende der Behandlung im Vergleich zur Aufnahme eine deutlich signifikante Abnahme der Depressivität vorliegt. Auch im SCL-90-R (Symptom Check List)  zeigt die psychische Belastung der Patienten (GSI Global Severity Index) im Verlauf der Therapie eine hochsignifikante Veränderung in positiver Richtung.

Die Ergebnisse zeigen, dass das katamnestisch gestützte, verhaltensmedizinische Therapiekonzept für an Mobbing erkrankte Patientinnen und Patienten sich bewährt.

Neues Buch: Mobbing erfolgreich bewältigen

Schikanen und Konflikte am Arbeitsplatz sind leider keine Seltenheit. Jährlich gibt es über 100.000 neue Mobbingfälle. Wie kommt man aber aus der Mobbingfalle raus und wie kann man diese zermürbenden Gegebenheiten auch langfristig bewältigen? Wie kann man endlich wieder normal arbeiten?

Dr. Schwickerath erläutert anschaulich wie Sie Mobbing bewältigen können. Dieser Weg lässt sich in vier Schritte einteilen: 1. Abstand von der Mobbingsituation gewinnen. 2. Die Mobbingsituation verstehen, was passiert da tatsächlich? 3. Entscheidungen treffen, wie geht es nun weiter? 4. Handeln, Entscheidungen umsetzen und Ziele verfolgen. Die Bearbeitung dieser Schritte hilft Ihnen dabei, eine Perspektive für Ihre Zukunft zu entwickeln, Ihre Problemlösefähigkeiten zu verbessern und ein stärkeres Selbstvertrauen zu entwickeln. Dadurch wird Ihnen ein alltagstauglicher Weg zurück in ein gesundes Arbeitsleben eröffnet.

Aus dem Inhalt:

  • Wie arbeiten wir?
  • Was ist Mobbing, wo kommt es her und wo kommt es vor?
  • Macht Mobbing krank?
  • Wie kann ich Mobbing im Vorfeld vermeiden?
  • Wie kann ich Mobbing bewältigen?
  • Wo finde ich Hilfe?
  • Positionen zum Thema Mobbing

Zielgruppe: Angehörige, Betroffene, Psychotherapeuten und -therapeutinnen

Autor: Josef Schwickerath, Dr., Psychologischer Psychotherapeut