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Chronische Magen- und Darmerkrankungen

„Chronische Darmerkrankung“ meint:

  • entzündliche Erkrankungen wie m.crohn, Kolitis ulcerosa und mikroskopische Kolitis
  • Erkrankungen mit Unverträglichkeiten für bestimmte Nahrungsmittel (Sprue,  Laktose- oder Fructoseintoleranz, Nahrungsmittelallergien)
  • So genannte funktionelle Darmerkrankungen (Reizdarmsyndrom)

Obwohl inzwischen viele neue Erkenntnisse über diese Erkrankungen existieren und teilweise neue Medikamente verfügbar sind, gelingt es nicht, bei jedem Patienten eine Symptomfreiheit (Remission) zu erreichen. Wir versuchen, über die medikamentöse Therapie hinaus mit Ihnen zusammen Möglichkeiten zu finden, wie Sie die Symptome und die Belastung, die die Erkrankung für ihr Leben bedeutet, günstig beeinflussen können. Das können Veränderungen im Alltag oder der Arbeitssituation – oft im Sinne einer Stressreduktion – sein oder Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten.

In unserer Klinik befinden sich durchschnittlich etwa 10 bis 15 Patientin mit Erkrankungen aus diesem Formenkreis, so dass die Therapiegruppe überschaubar bleibt und sich oft enge persönliche Kontakte entwickeln, die von unseren Patienten im Nachhinein meist als sehr wichtig und bereichernd geschildert werden.

Spezielle Therapieformen werden daher bei diesen Erkrankungen zusätzlich zu dem sportlich-ausdauerbetonten Physiotherapieprogramm eingesetzt

  • Ernährungsberatung und Lehrküchentermin in erkrankungsspezifischer Gruppe
  • Indikationsbezogene ärztlich geleitete wöchentliche Gesprächsgruppe
  • Ärztliches Informationsseminar
  • Selbsthilfetreffen
  • Nach Bedarf Gruppen zur Stressbewältigung, Nichtrauchertraining
  • Bei Bedarf ärztliche oder psychologische Einzelgespräche
  • Vereinbarungen mit der Küche bezüglich spezieller Diätbedürfnisse
  • Ergänzung der Therapie durch wahrnehmungsorientierte Verfahren (kreative und funktionelle Ergotherapie, QiGong)
  • Kontakt zur Sozialarbeiterin bei Fragestellungen zur beruflichen Perspektive

Ernährungsberatung

Indikationsspezifische Ernährungsberatung ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie einer chronischen Darmerkrankung

Themen können u.a. sein:

  • Erkrankungen des Verdauungstraktes z. B. Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa, Reizmagen und Reizdarm, Funktionsstörungen bzw. nach Operationen am Verdauungstrakt; z. B. am Magen, Darm, der Speiseröhre oder des Pankreas, sowie der Leber

  • Lebensmittelunverträglichkeiten wie z.B. Laktoseintoleranz und Fructoseintoleranz

  • Zöliakie/ Sprue

Zur Vertiefung des Erlernten aus Vortrag, Gruppenberatung oder Einzelberatung werden praktische Übungen in einer Lehrküche durchgeführt. Neben einer kompletten Mittagessenzubereitung bieten wir weitere Lehrküchenveranstaltungen an. Je nach Indikation werden dann kleinere Speisen, z. B. Suppen, Brotaufstriche, Salate, Müslis, sowie Getränke von den Patienten selbst zubereitet und verkostet. Die praktische Beratung wird durch ein Einkaufstraining abgerundet. Dabei werden anhand von Lebensmittelverpackungen Hinweise zum Einkaufen gegeben.

Auch Patienten mit dem Ziel der Gewichtszunahme (z.B. bei chronischen Erkrankungen oder nach einer Operation am Magen) werden bei uns zu verschiedenen Möglichkeiten der Energieanreichung der Nahrung beraten. Da hier meist individuelle, auf die Einzelsituation abgestimmte Maßnahme erforderlich sind, erfolgen diese Beratungen eher im Einzelkontakt.

Patienten mit erkrankungsbedingten oder primären Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden ebenso individuell beraten. Wir versuchen, sorgfältig und in gemeinsamer Absprache Verträglichkeiten zu testen und Einschränkungen auf das Notwendige zu reduzieren, um nicht zu viel Lebensqualitätsverlust durch restriktives Essverhalten zu induzieren. Wir sind aber auch offen für bewährte Ernährungsregime des einzelnen Patienten, sofern er oder sie davon profitiert. Bei erforderlichem Verzicht (Laktose, Gluten etc.) werden individuelle Kostabsprachen getroffen und mit dem Küchenpersonal vereinbart.