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Psychosomatische Störungen im Kindes- und Jugendalter

Soziale Netze erscheinen vielfach lockerer. Familiäre Bindungen verlieren an Bedeutung, Freundschaften und stützende gesellschaftliche Institutionen, deren Wirkung wesentlich durch die Kontinuität von Beziehung geprägt ist, können ihre Wirkung weniger entfalten.

Kinder und Jugendliche stellen dabei aufgrund ihrer entwicklungsbedingten höheren Abhängigkeit von ihrem sozialen Bezugsraum eines der schwächsten Glieder unseres sozialen Systems dar. Sie müssen sich zum Teil mit steigendem Leistungsdruck in der Schule, mit sozialer Isolation, dem Verlust der Familie bei Scheidungen oder durch Tod eines Elternteils oder anderer naher Angehöriger und teilweise auch mit existenziellen Ängsten bei der Lehrstellensuche oder eigener Arbeitslosigkeit oder der der Eltern auseinandersetzen. Unbewusst überträgt sich sozialer oder existenzieller Druck der Eltern auf ihre Kinder, die als schwächstes Glied der Familie dann häufig mit einer psychischen oder psychosomatischen Störung reagieren. Psychopathologisch können dann depressive Symptome wie Schlafstörungen, Ängste, Leistungsversagen, Rückzugsverhalten und Traurigkeit in Erscheinung treten. Aber auch aggressive Verhaltensweisen können im Kindes- und Jugendalter Ausdruck einer depressiven Symptomatik sein. Weiterhin kann es zu psychosomatischen Phänomenen kommen wie z.B. Enuresis, Enkopresis oder auch organisch nicht begründbare Kopf- und Bauchschmerzen.

 

Verhaltenstherapeutische Psychotherapie

Die Schaffung und Aufrechterhaltung einer tragfähigen therapeutischen Beziehung ist die Grundlage für die Psychotherapie. Handlungsbestimmende Regelkreise und deren Auswirkungen auf die emotionale Befindlichkeit werden erarbeitet. Das Ziel besteht darin, die Bedeutung der belastenden Ereignisse für die Einschränkung des Spielraumes des emotionalen Erlebens und des Handelns zu erkennen und veränderte Strategien zu entwickeln, zunehmend Selbstwirksamkeit zu erfahren. Die Patienten sollen lernen, dass ihr Leben nicht ausschließlich fremdbestimmt ist, sondern dass sie einen Einfluss darauf haben, wie mächtig die Erlebnisse der Vergangenheit in ihnen bleiben. Die verhaltenstherapeutischen Behandlungsmethoden integrieren bei bestehender Notwendigkeit auch andere therapeutische Ansätze. Prinzipiell wird gruppentherapeutisch lösungs- und ressourcenorientiert gearbeitet und die Entwicklung eigener Bewältigungskompetenzen angestrebt. Hier kann sich der Patient in der Gruppe erleben, kann neue Handlungsstrategien ausprobieren und erhält soziale Rückmeldungen. Außerdem wird über begleitende Gespräche mit Angehörigen der Transfer in den Alltag gefördert.