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Die Behandlung von Enuresis in der Kinder- und Jugendklinik Bad Gottleuba

Unter Enuresis versteht man einen unwillkürlichen Harnabgang ab einem chronologischen Alter von 5 Jahren und einem geistigen Intelligenzalter von 4 Jahren. Organische Grunderkrankungen müssen ausgeschlossen sein. Als Mindestdauer der Symptomatik wird für die Diagnose eine Zeitdauer von 3 Monaten gefordert, wobei die Häufigkeit zweimal im Monat bei Kindern unterhalb eines Alters von 7 Jahren und einmal im Monat bei älteren Kindern betragen muss. Eine Unterteilung der Enuresis kann nach der Tageszeit des Auftretens erfolgen. So wird bei einem Einnässen während des Tages von einer Enuresis diurna, bei Nacht von einer Enuresis nocturna gesprochen.

Sehr bedeutsam ist auch die Unterscheidung in eine primäre Enuresis und eine sekundäre Enuresis. Von einer primären Enuresis wird ausgegangen, wenn es im Leben des Kindes bisher noch keine längeren Phasen ohne Symptomatik gegeben hat. Eine sekundäre Enuresis liegt vor, wenn es nach einer längeren Phase erlernter Trockenheit im Kleinkindalter später wieder zu einem regelmäßigen Einnässen kommt.

Einnässen am Tag und in der Nacht stellt in jedem Fall eine hohe Belastung für die betroffenen Kinder und ihre Familien dar.

Nach Absolvierung einer exakten diagnostischen Einschätzung erfolgt die Therapieplanung. Die Behandlung der Enuresis nocturna erfolgt nach einem strukturierten verhaltenstherapeutisch orientierten Behandlungsplan:

  • Aufklärung von Kindern und Erwachsenen über Methoden und Zielrichtung der Behandlung – Schmieden eines Veränderungsbündnisses
  • Entwicklung einer aktiven Behandlungsmotivation bei den Kindern über ein lust- und freudbetontes Arbeiten. Wenn die Kinder selbst Spaß an der Therapie haben, steigen die Erfolgsaussichten
  • Entwicklung des Gefühls eigener Handlungsmöglichkeiten
  • Förderung der Entwicklung der Verknüpfung von Blasendruck, Aufwachen in der Nacht/Aufmerken am Tag und Toilettengang
  • Arbeit bis ins Unbewusste über spielerisches Wiederholen, Geschichten und Rollenspiele
  • Anwendung eines Weckapparates entsprechend der therapeutischen Richtlinien
  • Medikamentöse Unterstützung, wenn eine Indikation dafür besteht