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Rehabilitation bei Herzmuskelschwäche

Die Herzmuskelschwäche wird umgangssprachlich auch Herzschwäche oder im ärztlichen Bereich als Herzinsuffizienz bezeichnet. Das Herz schafft es nicht mehr, in der benötigten Zeit das Blut durch den Kreislauf zu pumpen.

Das Herz muss bei einem Menschen bis zum achtzigsten Lebensjahr hochgerechnet circa 200 Millionen Liter Blut durch den Körper pumpen und schlägt dabei circa 2,5 Milliarden Mal.

In Deutschland leiden schätzungsweise circa eine Million Menschen unter Herzmuskelschwäche, in Europa circa zehn Millionen Menschen.

Als Notfall gilt die akute Herzschwäche, die sich binnen Stunden einstellt; die häufigere chronische Verlaufsform entwickelt sich gewöhnlich langsam über Jahre. Es ist die häufigste Diagnose, die zur Krankenhauseinweisung führt.

Ursächlich für Herzmuskelschwäche sind im Wesentlichen die koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck, Herzklappenerkrankung und Herzmuskelentzündungen. Außerhalb des Herzens können auch eine Blutarmut, eine Blutvergiftung mit Schock oder eine Schilddrüsenüberfunktion für die Herzmuskelschwäche oder auch das Schlafapnoesyndrom verantwortlich sein.

Die Patienten mit Herzmuskelschwäche verspüren im Alltag eine allgemeine Schwäche, haben Wassereinlagerungen (Ödeme) und Atemnot.

Die Linksherzschwäche ist durch einen Rückstau von Blut in die Lunge gekennzeichnet; es wird Flüssigkeit in das Lungengewebe gepresst. Im Röntgenbild stellt sich diese Erscheinung deutlich dar. Bei der Rechtsherzschwäche staut sich das Blut vor dem Herzen und kann zu Ödemen der Beine sowie Wassereinlagerung zwischen Zwerchfell und Rippenfell führen (sog. Pleuraergüsse). Häufig treten Rechts- und Linksherzschwäche in fortgeschrittenem Stadium auch zusammen auf.

Eine weitere Einteilung wird nach dem Patientenerleben nach der New York Heart Association in die Stadien I bis IV vorgenommen.

  • Stadium I: Keine Beschwerden bei Alltagsbelastung
  • Stadium II: Leichte Beschwerden bei Alltagsbelastung
  • Stadium III: Erhebliche Leistungsminderung bei Alltagsbelastung
  • Stadium IV: Ruheatemnot

Weiter wird unterteilt in die systolische und diastolische Herzschwäche; erstere ist durch eine Pumpschwäche bei Herzmuskelanspannung gekennzeichnet; bei der diastolischen Herzschwäche kommt es zu einer Herzmuskelentspannungsstörung.

Die Therapie bei Herzmuskelschwäche

Die Therapie umfasst in erster Linie die medikamentöse Therapie mit Entwässerungsmedikamenten, ACE-Hemmern, Betablockern und weiteren Medikamenten. Da es bei einem Herzmuskelschwäche-Patienten überdurchschnittlich häufig zu Herzrhythmusstörungen kommt, müssen diese diagnostiziert und (meist medikamentös) behandelt werden.

Behandlungsmöglichkeiten sind Resynchronisationssysteme, bei denen ein ständig unterstützender Schrittmacherimpuls stattfindet. Eine Kombination von implantierten Defibrillatoren und Resynchronisationssystemen erfolgt häufig. Als Ultima Ratio kann ein Kunstherz-Unterstützungssystem oder eine Herztransplantation durchgeführt werden.

Die wichtigsten Untersuchungsmethoden bei Herzmuskelschwäche sind: die ärztliche Untersuchung, das EKG sowie die Herzultraschalluntersuchung (Echokardiographie). Spezielle Bluttests (NT-Pro-BNP), Röntgenbilder sowie Herzkatheteruntersuchungen und Herz-MRT ergänzen diese Basismethoden bei Bedarf.

Bei der chronischen Herzinsuffizienz im Stadium I-III leistet die Rehabilitation eine sehr wertvolle Unterstützung zu den genannten Therapiemöglichkeiten.

Wissenschaftlich bewiesen ist bei Herzmuskelschwäche-Patienten leichte körperliche Betätigung im Sinne eines Ausdauertrainings – am besten unter Anleitung – sowohl für die Lebenserwartung als auch für die Lebensqualität dienlich.

Die Ärzte sowie die Physiotherapeuten in der Reha helfen dem herzgeschwächten Patienten, sich an seine individuelle Belastungsgrenze heranzutasten und verbessern damit die Alltagskompetenz des Patienten deutlich.

Wichtig ist auch, dass der Patient z.B. in der Reha angeleitet wird, durch seine selbst durchgeführten Maßnahmen den Behandlungserfolg zu unterstützen. Dazu gehören tägliche Gewichtskontrolle, Trinkmengenreduktion unter 1,7 Liter Flüssigkeit/Tag und moderate Bewegung.