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Burn-out - eine Expertise bei MEDIAN

Was früher als Managerkrankheit eher belächelt wurde, ist heute in aller Munde – das Burn-out-Syndrom. Für den Betroffenen ist das „Ausgebranntsein“ ein höchst belastender Zustand mit oft verhängnisvollen Konsequenzen. Häufig sind es Betroffene aus den sogenannten helfenden und sozialen Berufen wie Krankenschwestern und Ärzte, Lehrer und Erzieher.

Menschen, die das Burn-out-Syndrom trifft, sind „heiß gelaufen“. Ihr „inneres Feuer“ jedoch ist erloschen aufgrund mangelnder „Brennstoffzufuhr“ (Erfolgserlebnisse, positive Reaktionen etc.).

Im Alltagssprachgebrauch beschreibt der Begriff Burn-out, dass sich jemand für seine Aufgaben verausgabt hat und ihm dann irgendwann die Antriebskraft verloren ging, um seiner Arbeit weiter nachgehen zu können.

Ursachen des Burn-out-Syndroms

Die Liste der Bedingungen bzw. Ursachen, die bei ungünstiger Kombination zum Burn-out führen können, ist lang:

  • hohe Arbeitsbelastung
  • schlechte Arbeitsbedingungen
  • wachsende Verantwortung
  • Nacht- und Schichtarbeit
  • unzulängliche Ausstattung des Arbeitsplatzes
  • schlechte Kommunikation unter allen Beteiligten
  • mangelnde Unterstützung durch den Vorgesetzten
  • wachsende Komplexität und Unüberschaubarkeit der Arbeitsabläufe und -zusammenhänge
  • unzureichender Einfluss auf die Arbeitsorganisation
  • Hierarchieprobleme
  • Verwaltungszwänge
  • Verordnungsflut (gestern neu, heute zurückgenommen, morgen modifiziert usw.)
  • Termin- und Zeitnot
  • ein unpersönliches, bedrückendes oder intrigenbelastetes Arbeitsklima
  • ständige organisatorische Umstellungen, ohne die Betroffenen in Planung und Entscheidung einzubeziehen, bei Misserfolgen aber verantwortlich zu machen
  • zunehmende, immer neue und vor allem rasch wechselnde Anforderungen
  • die wachsende Angst vor Arbeitsplatzverlust
  • die Schwierigkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren, z.B. bei der Pflege von Elternteilen

Zusätzliche Ursachen bzw. persönliche Risikofaktoren sind u.a. ein hohes Einfühlungsvermögen, ein Überengagement für berufliche oder private Angelegenheiten, ein hoher Perfektionsanspruch, die Eigenschaft, nicht „Nein“ sagen zu können.

Auch wenn ein Burn-out-Syndrom immer ein individuelles Gesicht hat, am Ende steht eine schwere Störung des Privat- oder Arbeitslebens. Diese „Gesundheitsstörung“ wird dann zumeist als „Depression“ oder „Erschöpfungssyndrom“ diagnostiziert, denn die Übergänge zwischen Stress, Burn-out-Syndrom und Depression sind fließend.

Behandlung und Prophylaxe des Burn-out-Syndroms

Im fortgeschrittenen Zustand des Burn-out-Syndroms ist eine gezielte medizinisch-therapeutische Behandlung unerlässlich. Empfehlenswert für den Beginn der Behandlung nach einem solchen Akutereignis und besser schon in einem „leichteren“ Stadium des Burn-out-Syndroms ist der Aufenthalt in einer spezialisierten Reha-Klinik.

Der Begriff „Work-Life-Balance“ bringt es auf den Punkt: Er meint die Ausgewogenheit von Arbeit (Work) und Familie/Freizeit (Life) als Zielfokus.

Man sollte achtsam mit sich selbst umgehen und auf Warnsignale des Körpers sofort reagieren, statt sie mit Tabletten oder Drogen zu betäuben. Erholsamer Schlaf, gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung, öfter mal „alle fünfe gerade sein lassen“, das Handy mal ausschalten – das alles sollte man sich gönnen und es genießen.

Burn-out-Symptome

Oft wird Burn-out als Endzustand eines typischen vorangegangenen phasenhaften Verlaufs betrachtet. Von anfänglichem Enthusiasmus mit hoher Verausgabung über erste Enttäuschungen und Ermüdung, die ignoriert werden, weitere Erhöhung des Engagements bei Vernachlässigung anderer Lebensbereiche, zunehmende Erschöpfung, Rückzug und Resignation bis hin zu Symptomen und Beschwerden, wobei chronische Stressoren bei gleichzeitig fehlenden Möglichkeiten zu deren adäquater Bewältigung als ursächliche Symptome für Burn-out gesehen werden.

Ursprünglich bezogen sich die Symptome wie Belastung und Überforderung ausschließlich auf den Arbeitsbereich. Heutzutage wird jedoch davon ausgegangen, dass sich dieser Prozess, der zum Burn-out führt, nahezu in jedem Lebensbereich vollziehen kann. Die Symptome und Beschwerden bei Burn-out sind vielfältig und haben viele Überschneidungsbereiche zu anderen psychischen Störungen.

Burn-out-Therapie

Aus diesem Grund orientiert sich die Reha bzw. Therapie von Burn-out-Beschwerden am therapeutischen Vorgehen bei Depressionen, Angst- und Somatisierungsstörungen.

Zur Therapie bei Burn-out gehört ein psychotherapeutisches Gespräch, in dem ein individuelles Krankheitsmodell mit auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren erarbeitet wird und anhand dessen konkrete personen- bzw. organisationsbezogene Änderungen abgeleitet und umgesetzt werden können, wie auch ein vielfältiges Sport- und Bewegungsprogramm (Frühsport, Walking, Tanzen, Wassergymnastik, Gerätetraining).

Aber auch verschiedene Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation, konzentrative Entspannung, Qigong, Trumppsche Atemtechnik) sowie die Gestaltungs- und Ergotherapie sind wichtige Bausteine der Behandlung bzw. der Therapie.