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Geschlechtsspezifische Behandlung bei MEDIAN

Während es in unserer Gesellschaft unbestritten ist, dass Menschen jedweden Geschlechts die gleichen Rechte zukommen, so ist es doch auch eine Tatsache, dass Männer sich von Frauen in vielerlei Hinsicht unterscheiden.

Dies ist leicht im körperlichen Bereich sichtbar. Das Vorliegen sogenannter typisch weiblicher oder typisch männlicher Charakterzüge und Verhaltensweisen ist jedoch erheblich schwieriger zu erkennen. Hier stellt sich dann auch die Frage, inwiefern diese Wesenszüge tatsächlich naturgegeben mit dem biologischen Geschlecht einhergehen oder doch eher ein Resultat gesellschaftlicher Einflüsse sind, an deren erster Stelle die Erziehung steht.

In der Medizin hat sich erst in der jüngeren Vergangenheit die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich die Frau nicht nur durch das Vorhandensein der weiblichen Fortpflanzungsorgane vom Mann unterscheidet, sondern auch hinsichtlich einer Fülle von Stoffwechselvorgängen, die z.B. dazu führen, dass sich die Wirkung von Medikamenten nicht selten bei den Geschlechtern unterscheidet. Frauen brauchen oft niedrigere, manchmal aber auch höhere Mengen bestimmter Medikamente, damit die gleiche Wirkung erzielt werden kann.

Viele schädigende Stoffe sind für den weiblichen Organismus noch gefährlicher als für Männer. Hier ist insbesondere der Alkohol zu nennen. Er führt bei Frauen bei bereits deutlich geringeren Mengen zu verschiedensten Organschädigungen, z.B. zur Leberzirrhose. Diese Unterschiede sind nicht allein auf das durchschnittlich geringere Gewicht von Frauen zurückzuführen. Deshalb sollten Frauen täglich nicht mehr als zwölf Gramm Alkohol zu sich nehmen, während der Grenzwert bei Männern bei 24 Gramm pro Tag liegt.

Frauen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Lebensbedingungen auch heute noch deutlich von Männern in Deutschland: Sie sind viel mehr in die Aufgaben der Kindererziehung und Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen sowie der Haushaltsführung eingebunden. Hieraus erwächst eine erhebliche Belastung von Frauen. Weiterhin sind Frauen häufiger alleinerziehend. Sie verdienen weniger und leben häufiger unter der Armutsgrenze als Männer.

Frauen übernehmen schneller Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Mitmenschen, sind doppelt so häufig depressiv und sie leben Aggressionen erheblich weniger im Sinne körperlicher Gewalt aus. Sie besitzen ein Viertel weniger Muskelkraft als Männer und sind wesentlich häufiger Opfer körperlicher Gewalt in der Partnerschaft sowie sexueller Gewalt in jedem Lebensalter.

Männer achten weniger auf ihre Gesundheit als Frauen und konsumieren mehr Suchtmittel. Sie gehen schneller Risiken ein und verunfallen häufiger. Sie erleben die Verantwortung als finanzielle Hauptversorger ihrer Familie oft als Bürde. Sie messen sich mehr mit anderen Männern und leiden darunter, sich in der sozialen Rangordnung als niedriger stehend zu erleben. Sie können weniger gut ihre eigenen Gefühle erkennen und beschreiben. Oft empfinden sie sich als sprachlos. Viele Männer leiden unter einem Fehlen männlicher Vorbilder und Bezugspersonen.

Da die Behandlung, um wirksam sein zu können, immer auf den individuellen Fall zugeschnitten sein muss, gehört es zu jeder sowohl körperlichen als auch psychischen Behandlung, die geschlechtsbezogenen Faktoren miteinzubeziehen. Diese erfolgt beispielsweise in einigen MEDIAN Kliniken in Form von geschlechtsspezifischen Gruppentherapien, in denen sich jeweils männliche bzw. weibliche Patient/innen ungestört durch das andere Geschlecht spezifischen Fragestellungen zuwenden können (z.B. geschlechtsspezifische Gruppen für Frauen mit sexuellen Gewalterfahrungen, Gruppen für männliche Glücksspieler etc.).

Besondere kulturbezogene Aspekte müssen in der geschlechtsspezifischen Behandlung von Menschen mit Migrationshintergrund einbezogen werden.

In MEDIAN Kliniken werden Frauen und Männer immer gleichwertig, aber nicht immer vollkommen gleichartig, sondern so behandelt, wie es ihren individuellen Erfordernissen entspricht.