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Eine Frau sitzt auf der Couch und guckt zum Fenster

Das Leben leben

Angststörungen effektiv bewältigen

Rehabilitation bei Angststörungen

Ängste und Sorgen sind zunächst ganz normale Gefühle, die jeder Mensch hat und eine normale Reaktion auf Gefahren sind. Werden sie jedoch übermäßig stark, treten ohne konkrete Gefahr auf oder bestimmen zunehmend den Alltag, kann eine Angststörung vorliegen. 

Angstzustände, Panikattacken und ausgeprägtes Vermeidungsverhalten können die Lebensqualität, soziale Beziehungen und die berufliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.

Eine psychosomatische Reha bei Angststörungen kann dabei helfen, die eigenen Angstmuster besser zu verstehen, Vermeidungsverhalten abzubauen und neue Strategien für den Umgang mit belastenden Situationen zu entwickeln. 

Bei MEDIAN verbindet die Behandlung psychotherapeutische Verfahren mit weiteren medizinischen, bewegungs- und sozialtherapeutischen Angeboten und wird an die persönliche Situation und die individuellen Reha-Ziele angepasst.

Wenn eine akute psychische Krise besteht oder eine unmittelbare stationäre Akutbehandlung erforderlich ist, steht zunächst die Akutversorgung im Vordergrund. Ob Reha oder Akutbehandlung der passende Weg ist, hängt von der individuellen Situation ab.

Auf dieser Seite 

Was Sie mit un serreichen können

Ziele der Reha bei Angststörungen

Eine Frau die ihre Hände ausstreckt draußen

In der Rehabilitation können Sie lernen,

  • Ihre Angst besser zu verstehen und gezielt zu bewältigen,
  • Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten abzubauen,
  • Ihren Handlungsspielraum im Alltag wieder zu erweitern,
  • Ihr Selbstvertrauen und Ihre Selbstwirksamkeit zu stärken,
  • Ihre psychische und körperliche Belastbarkeit zu verbessern,
  • Ihre soziale und berufliche Teilhabe zu fördern und
  • Ihre Lebensqualität spürbar zu steigern.

Damit Sie diese Ziele erreichen, setzen unsere psychosomatischen Kliniken auf ein integratives Behandlungskonzept, das kognitiv-verhaltenstherapeutische ebenso wie tiefenpsychologisch fundierte Methoden miteinander verbindet.

Was Sie in der Reha erwartet

Behandlung von Angststörungen in der Reha

Ein wesentlicher Baustein der Reha ist die in den psychologischen Einzelgesprächen stattfindende detaillierte Analyse der Angststörung mit ihren vorausgehenden Bedingungen, Auslösern und aufrechterhaltenden Faktoren, um nachfolgend gemeinsam mit Ihnen ein verständliches Erklärungsmodell für die Angst zu erarbeiten. Im nächsten Schritt können daraus entsprechende Handlungsstrategien für den Umgang mit der Angst abgeleitet und eine ambulant-psychotherapeutische Konfrontation mit den angstauslösenden Situationen vorbereitet werden.

Je nach Diagnose, persönlichem Bedarf und Angebot der jeweiligen MEDIAN Einrichtung können unterschiedliche Therapiebausteine miteinander kombiniert werden.

Therapiebausteine der psychosomatischen Reha

Eine Frau und ein Mann die sich miteinander unterhalten

Psychotherapie

Psychotherapeutische Einzel- und Gruppenangebote bilden einen zentralen Bestandteil der Behandlung. Im Mittelpunkt stehen insbesondere kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren. Je nach individuellem Behandlungsplan und Klinik können ergänzend weitere psychotherapeutische Ansätze eingesetzt werden.

Konfrontations- beziehungsweise Expositionsübungen können dabei helfen, angstauslösende Situationen gezielt und therapeutisch begleitet zu bearbeiten und Vermeidungsverhalten schrittweise abzubauen.

Ein Mann der eine Übung macht mithilfe einer anderen Person

Sport- und Bewegungstherapie

Bewegung und körperliche Aktivität unterstützen den Aufbau von Belastbarkeit und können dabei helfen, wieder mehr Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln. Je nach Bedarf können auch physiotherapeutische Angebote in die Behandlung einbezogen werden.

Die Person heben alle ihre beiden Hände

Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken

Achtsamkeitsübungen, Entspannungsverfahren und Methoden zur Stressbewältigung können dabei unterstützen, körperliche Anspannung früher wahrzunehmen und einen hilfreichen Umgang mit belastenden Situationen zu entwickeln.

Die Frau zeichnet und die Lehrerin schaut zu

Kunst- und Ergotherapie

Kreative und handlungsorientierte Therapieangebote können die Selbstwahrnehmung, Handlungsfähigkeit und den Zugang zu eigenen Ressourcen fördern.

Die Schwester hat eine weiße Arbeitskleidung an

Medikamentöse Begleitung

Wenn eine medikamentöse Behandlung erforderlich ist, kann sie ärztlich begleitet und in das individuelle Behandlungskonzept einbezogen werden. Welche Medikamente sinnvoll sind, wird im Einzelfall medizinisch beurteilt.

Der Mann kocht in der Küche

Ernährungsberatung

Eine ausgewogene Ernährung und gesundheitsfördernde Alltagsgewohnheiten können Teil des ganzheitlichen Reha-Konzepts sein.

Die Frau sitzt im Beet und macht Gartenarbeit

Berufliche Wiedereingliederung (MBOR)

Wenn die Angststörung die berufliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, können arbeitsbezogene Fragestellungen gezielt in die Rehabilitation einbezogen werden. Dazu gehören beispielsweise die Einschätzung der Belastbarkeit, der Umgang mit beruflichen Belastungssituationen sowie die Vorbereitung auf die Rückkehr in den Beruf.

Zwei Personen die ein Gespräch führen

Sozialberatung

Die Sozialberatung unterstützt bei sozialen, beruflichen und sozialrechtlichen Fragestellungen und hilft dabei, notwendige Schritte für die Zeit nach der Reha vorzubereiten.

Eine Gruppe die auf Matten Sport machen

Nachsorge

Die weitere Behandlung nach der Reha wird frühzeitig mitgedacht. Je nach Bedarf können ambulante Nachsorge, psychotherapeutische Weiterbehandlung oder Selbsthilfeangebote dazu beitragen, die erarbeiteten Strategien im Alltag weiterzuführen.

Eine Patientin macht VR-Therapie, um ihre Angststörungen zu therapieren.

VR-Therapie bei Phobien und Angststörungen

Bei ausgewählten Angststörungen und Phobien kann virtuelle Realität für ein therapeutisch begleitetes Expositions- oder Konfrontationstraining eingesetzt werden. Sie ermöglicht es, bestimmte angstauslösende Situationen kontrolliert zu simulieren, wenn diese in der realen Welt nur schwer zugänglich oder planbar sind. Ob VR-Therapie geeignet und in der jeweiligen MEDIAN Einrichtung verfügbar ist, hängt von der individuellen Indikation und dem Angebot vor Ort ab.

Ablauf der psychosomatische Rehabilitation bei MEDIAN

Der Ablauf Ihrer psychosomatischen Rehabilitation bei MEDIAN ist strukturiert und individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.

Zwei Frauen die sich über eine Aufnahme und Erstuntersuchung unterhalten

Aufnahme und Erstuntersuchung

Zu Beginn der psychosomatischen Rehabilitation erfolgt eine gründliche ärztliche bzw. psychotherapeutische Aufnahmeuntersuchung, bei der Ihre persönliche Anamnese sowie Ihre Erwartungen und Ziele für die Reha besprochen werden. Gemeinsam definieren wir realistische Ziele, die in Ihrem individuellen Behandlungsplan festgehalten werden. Dieser Plan bildet die Grundlage für Ihre Therapie und wird regelmäßig an Ihre Fortschritte angepasst.

Die Frau führt eine Übung durch mit einem Zugband aufgrund ihres Therapieablaufs und Klinikalltag

Therapieablauf und Klinikalltag

Die Therapieeinheiten beinhalten eine Vielzahl von Behandlungsansätzen, darunter psychotherapeutische und medizinische Therapien sowie psychosomatische Verfahren. Mindestens einmal pro Woche erfolgt ein psychotherapeutisches Gespräch, um den Fortschritt zu überwachen und den Behandlungsplan gegebenenfalls anzupassen. Bei Bedarf können ärztliche Sprechstunden vereinbart werden.

Der strukturierte Klinikalltag bietet zugleich die Möglichkeit, neue Strategien zunächst in einem geschützten Rahmen zu erproben und schrittweise auf Alltagssituationen zu übertragen.

Die zwei Personen unterhalten sich im Rahmen einer Sozialberatung für die Nachsorge und den Abschluss

Abschluss und Nachsorge

Zum Ende Ihrer Reha besprechen wir mit Ihnen geeignete Nachsorgeangebote, die Ihnen helfen, Ihre Fortschritte zu sichern und die erlernten Selbsthilfestrategien in den Alltag zu integrieren. Hierzu gehören gegebenenfalls ambulante Nachsorge oder der Zugang zu Selbsthilfegruppen. Ziel ist es, dass Sie Ihre Reha-Erfolge auch nach dem Aufenthalt bei MEDIAN weiter ausbauen und langfristig stabilisieren können.

Verstehen, erkennen, behandeln

Angststörungen verstehen: Ursachen, Risiken, Symptome und Folgen

Angst schützt uns in gefährlichen Situationen und gehört zum menschlichen Leben. Bei einer Angststörung tritt die Angst jedoch übermäßig stark, wiederholt oder in Situationen auf, die objektiv keine entsprechende Bedrohung darstellen. Sie kann sich in Gedanken und Gefühlen, im Verhalten und durch deutliche körperliche Symptome zeigen.

Ursachen und Risikofaktoren von Angststörungen 

Angstzustände sind Stressreaktionen, die den menschlichen Organismus durch Ausschüttung von Adrenalin in einen Alarmzustand versetzen. Angstzustände bereiten den Körper also darauf vor, einer Bedrohungssituation entweder mit Flucht oder mit Kampf zu begegnen.

Bei Menschen mit Angststörung oder Panikattacken koppelt das Gehirn diese notwendige Reaktion an neutrale und harmlose Reize. In Panikattacken ist der Betroffene nicht fähig, seinen Angstzuständen lösungsorientiert zu begegnen. Anstatt sich mit dem Auslöser der Panikattacken zu konfrontieren, ist ihm lediglich die Vermeidung und Umgehung der beängstigenden Situation möglich.

Symptome einer Angsstörung

Angststörungen können sich auf unterschiedliche Weise äußern und betreffen sowohl den Körper als auch Gedanken, Gefühle und Verhalten. Viele der Symptome sind zunächst normale körperliche Reaktionen, werden jedoch als bedrohlich erlebt und verstärken sich dadurch gegenseitig.

Ein Junge der seine Arme verschränkt und und an seinen Kopf hält

Körperliche Symptome

Häufig zeigen sich Angststörungen durch körperliche Veränderungen, die von Betroffenen besonders intensiv wahrgenommen werden, etwa Herzrasen oder eine beschleunigte Atmung. Diese Reaktionen treten nicht nur bei Angst oder Gefahr auf, sondern auch bei anderen starken Emotionen wie Freude, Wut, Stress oder Trauer. Werden sie jedoch als Angstsymptome interpretiert, kann ein Angstkreislauf entstehen. Typische Symptome sind unter anderem Herzklopfen, Atemnot oder Beklemmungsgefühle, Schwindel, Zittern, Schwitzen sowie Magen-Darm-Beschwerden.

Eine Frau und ein Mann sitzen auf der Couch und schauen sich nicht an

Gedanken und Körperwahrnehmung

Viele Betroffene beobachten körperliche Veränderungen besonders aufmerksam und bewerten sie als Zeichen einer drohenden Gefahr. Daraus können Gedanken entstehen, die Kontrolle zu verlieren, ohnmächtig zu werden oder ernsthaft zu erkranken. Diese Bewertung kann die Angst weiter verstärken.

Eine Frau schaut während einer depressiven Phase nachdenklich aus dem Fenster

Gefühle und Verhalten

Neben Angst und Anspannung können Hilflosigkeit, Kontrollverlust oder starke Erwartungsangst auftreten. Häufig werden Situationen gemieden oder nur mit bestimmten Sicherheitsstrategien bewältigt. Kurzfristig kann dies entlasten, langfristig kann Vermeidung den Angstkreislauf jedoch aufrechterhalten und den persönlichen Handlungsspielraum zunehmend einschränken.

Folgen von Angsstörungen

Menschen mit einer Angststörung leiden oft an einer starken Einschränkung ihrer Lebensqualität – nicht nur durch ihre Panikattacken, sondern auch durch den Versuch, Situationen zu meiden, die Angstzustände auslösen. Diese Vermeidungsstrategie gegen Panikattacken führt zu weiteren emotionalen Belastungen wie etwa:

Eine Person die auf einer Bank sitzt vor einem Teich

  • ständige Erwartungsangst vor neuen Angstanfällen oder Panikattacken,
  • zunehmende Einschränkung von Aktivitäten und Mobilität,
  • sozialer Rückzug und Verlust von Selbstvertrauen,
  • Abhängigkeit von Begleitpersonen oder bestimmten Sicherheitsstrategien,
  • Belastungen in Partnerschaft, Familie und Freundeskreis sowie
  • Einschränkungen der beruflichen Leistungsfähigkeit und Teilhabe.

Wenn zusätzlich depressive Beschwerden bestehen, finden Sie weiterführende Informationen auf unserer Seite 

Reha bei Depressionen

Welche Formen von Angststörungen gibt es?

Angststörungen umfassen unterschiedliche Krankheitsbilder. Für die Behandlung ist wichtig, welche Form der Angststörung vorliegt, wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind und welche Situationen im Alltag besonders beeinträchtigt werden.

Panikstörung und Panikattacken

Die Panikstörung ist eine Form der Angststörung, die durch wiederholt auftretende, plötzliche Panikattacken ohne eindeutigen Anlass gekennzeichnet ist. Die Betroffenen erleben während einer Panikstörung bzw. eines solchen Angstanfalls starke körperliche Symptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot oder Schwindel. Die Symptome lösen starke Angst und verschiedenste Befürchtungen aus, wie z.B. in Ohnmacht zu fallen, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben. Da eine solche Panikstörung von den Betroffenen als extrem unangenehm erlebt wird, entwickelt sich häufig eine Angst vor weiteren Attacken, also eine „Angst vor der Angst“.

  • Panikstörung und Panikattacken

    Die Panikstörung ist eine Form der Angststörung, die durch wiederholt auftretende, plötzliche Panikattacken ohne eindeutigen Anlass gekennzeichnet ist. Die Betroffenen erleben während einer Panikstörung bzw. eines solchen Angstanfalls starke körperliche Symptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot oder Schwindel. Die Symptome lösen starke Angst und verschiedenste Befürchtungen aus, wie z.B. in Ohnmacht zu fallen, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben. Da eine solche Panikstörung von den Betroffenen als extrem unangenehm erlebt wird, entwickelt sich häufig eine Angst vor weiteren Attacken, also eine „Angst vor der Angst“.

Transparent und nachvollziehbar

Qualität bei MEDIAN in Zahlen

Im Jahr 2024 haben wir bei MEDIAN über 34.000 Patientinnen und Patienten in der psychosomatischen Reha erfolgreich behandelt. Unsere Therapieansätze erzielen messbar nachhaltige Verbesserungen, wie die Ergebnisse unsere digitalen Zufriedenheitsbefragung verdeutlichen.

96 von 100 Qualitätspunkten

2024 erfüllten unsere psychosomatischen Fachabteilungen die Reha-Vorgaben in hervorragender Weise.

Quelle

83 % Zufriedenheit

83% unserer Patientinnen und Patienten sind mit der Therapie in der psychosomatischen Rehabilitation bei MEDIAN zufrieden.

Quelle

75 % Spürbare Wirkung

75% unserer Patientinnen und Patienten berichteten über ein gesteigertes Wohlbefinden nach der Reha.

 

Quelle

Unsere Einrichtungen für Reha bei Angststörungen

In verschiedenen MEDIAN Einrichtungen werden Patientinnen und Patienten mit Angststörungen im Rahmen der psychosomatischen Rehabilitation behandelt. Welche Klinik für Sie geeignet ist, hängt von Ihrer Diagnose, Ihren individuellen Reha-Zielen und den Behandlungsschwerpunkten der jeweiligen Einrichtung ab.