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MEDIAN - Ihr Spezialist bei Persönlichkeitsstörungen

Menschen sind unterschiedlich - ihre von vielen Faktoren geprägten Persönlichkeiten machen das Leben bunt und interessant. Problematisch wird es, wenn deutlich abweichende Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster zu einer Persönlichkeitsstörung führen, die erhebliche psychische, psychosomatische und soziale Folgen hat.  Menschen mit beispielsweise paranoiden, schizoiden, zwanghaften, narzisstischen oder Borderline-Persönlichkeitsstörungen müssen behandelt werden. In den psychosomatischen MEDIAN Klinken können erfahrene Experten mit wissenschaftlich fundierten Therapien gezielte und wirkungsvolle Hilfe leisten.

Persönlichkeitsstile wie z.B. gewissenhaft, sensibel oder selbstbewusst beschreiben ein charakteristisches Muster, der Art und Weise, in der man denkt, fühlt und handelt. Der eigene Persönlichkeitsstil prägt die Beziehung zum Partner, zu den Kindern oder zum Chef und zu sich selbst, er trägt dazu bei, welche Arbeit uns liegt, wie wir mit Konflikten umgehen und vieles mehr. Eine Persönlichkeitsstörung liegt dann vor, wenn ein Mensch bestimmte extreme Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster in extremer Form aufweist, die merklich von den Erwartungen der persönlichen und sozialen Umgebung abweichen. Weiterhin müssen diese extremen Persönlichkeitszüge seit der Kindheit und Jugendzeit vorliegen, das daraus resultierende Verhalten in vielen persönlichen und sozialen Situationen unflexibel und wenig angepasst sein und in klinisch bedeutsamer Weise zu Leiden oder Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen geführt haben.

Die Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen erfolgt in zwei Schritten: Zur Diagnosestellung müssen zunächst diese allgemeine Kriterien für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung überhaupt erfüllt sein. Erst dann können die individuellen Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster anhand spezieller Kriterien einem spezifischen Persönlichkeitstyp zugeordnet werden.

Die psychischen, psychosomatischen und sozialen Krankheitsfolgen bei Patienten mit Persönlichkeitsstörungen sind vielfältig und Betroffene berichten oft über die unterschiedlichsten Beschwerden und Probleme. So ist z.B. die zwanghafte Persönlichkeitsstörung durch ein Muster von ständiger Beschäftigung mit Ordnung, Perfektionismus und Kontrolle gekennzeichnet und Menschen mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung sind wegen ihrer perfektionistischen Neigung und der ständigen Besorgtheit, ob die eigenen Leistungen gut genug sind und ob man das Richtige tut, gefährdet  weitere  psychische und psychosomatische Erkrankungen zu bekommen.

Persönlichkeitsstörungen können sich auch entscheidend auf die Qualität von persönlichen Beziehungen zu anderen Menschen auswirken und Freundschaften und Partnerschaften sowie das Familienleben ungünstig beeinflussen. Ein weiterer Bereich betrifft die beruflichen Bezüge und die Einstellungen zur beruflichen Arbeit, also die Art, wie jemand Aufgaben ausführt, Entscheidungen trifft, wie er oder sie auf Kritik reagiert, Regeln befolgt oder mit anderen zusammenarbeitet. Eine Person mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung z.B. widmet dem Beruf und der Produktivität soviel Zeit, dass Freizeit und Freundschaften oft keinen Platz mehr in ihrem Leben haben. Vor allem der Umgang mit Anderen ist oft soweit eingeschränkt, dass funktionsfähige Arbeitsbeziehungen nicht aufrechterhalten werden können und eine konstruktive Teilhabe am Arbeitsleben gefährdet oder verunmöglicht wird.

Anhänglicher Persönlichkeitsstil vs. Abhängige Persönlichkeitsstörung

Anhänglicher Persönlichkeitsstil

Anhängliche Menschen haben sich den Beziehungen in ihrem Leben verschrieben und kümmern sich um andere, was ihr Leben lebenswert macht. Sie legen höchsten Wert auf dauerhafte Bindungen, bemühen sich, ihre Beziehungen zusammenzuhalten und sind dabei loyal, hilfsbereit und fürsorglich. Um Harmonie bemüht, neigen sie zu höflichem und taktvollem Verhalten ohne zu widersprechen und fallen durch besondere Rücksichtnahme auf. Anhängliche Menschen ziehen die Gesellschaft anderer dem Alleinsein vor, sie möchten eher folgen als führen, sind kooperativ und bemühen sich, ihr Verhalten zu ändern, wenn sie kritisiert werden.

Abhängige Persönlichkeitsstörung

Bei der abhängigen Persönlichkeitsstörung steht ein tief greifendes und überstarkes Bedürfnis versorgt zu werden im Vordergrund, das zu unterwürfigem und anklammerndem Verhalten und ausgeprägten Trennungsängsten führt.

Betroffene benötigen häufig ausgiebige Ratschläge oder Bestätigung von anderen, bevor sie alltägliche Entscheidungen treffen können. Bei der Organisation wichtiger Lebensbereiche, wie z. B. der Planung des Alltags oder bei Geldangelegenheiten, sind sie von anderen, meist einer einzelnen Person, abhängig. Aus Angst, die Unterstützung und den Rückhalt zu verlieren, ohne die sich die abhängige Person schwach, hilflos und lebensunfähig fühlt, fällt es den betroffenen Menschen sehr schwer, anderen zu widersprechen oder eine andere Meinung zu vertreten. Es wird alles Erdenkliche getan, um die Versorgung und Zuwendung anderer zu erhalten. So werden beispielsweise freiwillig unangenehme Aufgaben übernommen. Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung fällt es schwer, Aufgaben zu beginnen oder dranzubleiben, wenn ihnen niemand dabei hilft. Dies geschieht nicht aus mangelnder Motivation oder Tatkraft, sondern vor dem Hintergrund tief sitzender Selbstzweifel. Die Betroffenen sind sich beispielsweise sicher, dass andere Menschen Dinge besser können. Aus der Überzeugung heraus, ohne eine enge Beziehung nicht lebensfähig zu sein, gehen Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung schnell wieder eine andere Beziehung ein, wenn eine enge Beziehung endet. Auf dem Boden dieser Überzeugung, die Hilfe und Unterstützung des anderen zum Überleben zu benötigen, besteht bei den Betroffenen eine ständige Angst davor, allein gelassen zu werden, obwohl dafür kein offensichtlicher oder greifbarer Grund vorliegt. Daraus resultiert häufig ein anklammerndes Verhalten und nicht selten werden vor diesem Hintergrund Demütigungen und Misshandlungen durch andere klag- und wehrlos hingenommen.

Gewissenhafter Persönlichkeitsstil und anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung

Gewissenhafter Persönlichkeitsstil

Menschen mit einem gewissenhaften Persönlichkeitsstil sind das Rückgrat der westlichen Industriegesellschaften. Sie haben starke moralische Prinzipien und absolute Überzeugungen, ihr Verhalten ist durch eine besondere Hingabe an harte Arbeit gekennzeichnet und den Willen, das Richtige zu tun. Alles muss richtig gemacht werden, und der gewissenhafte Mensch weiß genau, was dies bedeutet: mit der richtigen Methode, perfekt und bis ins letzte Detail ohne den kleinsten Fehler. Gewissenhafte Menschen lieben Ordnung und Sauberkeit, Listen und Pläne. Sie machen sich ohne viel Aufhebens an die Arbeit. Sie sind in allen Bereichen ihres Lebens sparsam, behutsam und vorsichtig. Sie neigen dazu, alles Mögliche zu verwahren und zu sammeln, da man ja nie weiß, ob man es nicht wieder brauchen könnte.


Anankastische (Zwanghafte) Persönlichkeitsstörung

Die anankastische oder zwanghafte Persönlichkeitsstörung ist durch ein tief greifendes Muster von übergroßer Ordnung, Perfektion und Kontrollstreben auf Kosten von Flexibilität, Aufgeschlossenheit und Effizienz geprägt. Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung legen großen Wert auf die sorgfältige Beachtung von Regeln, Verfahrensfragen, Ordnung und Organisation. Nebensächlichen Details wird eine außergewöhnliche Beachtung geschenkt und sie werden auf mögliche Fehler überprüft. Der übertriebene Perfektionismus führt bei diesen Menschen zu beträchtlichen Beeinträchtigungen und Leid. In dem Bemühen, eine Aufgabe absolut perfekt zu erledigen, vertiefen sie sich so sehr in Details, dass die eigentliche Arbeit nie zum Abschluss kommt. Für Freunde oder Vergnügungen bleibt häufig keine Zeit mehr. Arbeit und Produktivität haben absolute Priorität, obwohl keine finanzielle Notlage vorliegt bzw. nur zeitlich begrenzte berufliche Anforderungen bestehen. Freie, unverplante Zeit bedeutet eher Stress: Hobbys oder Beschäftigungen mit Erholungswert werden zu ernst zu nehmenden Aufgaben umfunktioniert, wobei stets die perfekte Leistung betont wird. Nur was mit Anstrengung und Leistung verbunden ist, besitzt einen wirklichen Wert. Es bestehen sehr starre, unflexible Ansichten in Bezug auf Moral und Wertvorstellungen. Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung haben eine genaue Vorstellung davon, was richtig und falsch ist, dementsprechend verhalten sie sich und erwarten von anderen Menschen, dass diese sich genauso verhalten. Gegenüber eigenen Fehlern sind sie erbarmungslos selbstkritisch. Aufgaben werden nur mit Widerwillen delegiert. Denn die Betroffenen haben eine klare, rigide Vorstellung davon, wie eine Arbeit zu erledigen ist, und erwarten, dass andere bis ins Detail ihren Arbeitsstil übernehmen. So geben sie beispielsweise detaillierte Instruktionen, wie die Küche zu putzen, der Rasen zu mähen ist etc. Keiner kann es ihnen recht machen. Auf Verbesserungsvorschläge anderer reagieren sie eher irritiert und überrascht – Hilfe wird abgelehnt. Häufig sind sie auch unfähig, kaputte oder wertlose Gegenstände wegzuwerfen, da sie denken, dass sie diese eines Tages vielleicht doch noch einmal gebrauchen könnten. Durch dieses Horten kann es zu Platzproblemen in der Wohnung oder im Haus kommen. Es fällt ihnen schwer, Geld für sich selbst oder andere auszugeben, auch wenn genügend zur Verfügung steht. Sie sind geizig, da das Geld für künftige Katastrophen gespart werden muss. Es ist ihnen häufig ganz gleichgültig, was andere Leute sagen, weil sie sich sicher sind, recht zu haben. Dabei sind sie so in ihre eigene Sichtweise verstrickt, dass es ihnen fast unmöglich ist, Vorschläge und Standpunkte anderer zu berücksichtigen.

Sensibler Persönlichkeitsstil und ängstlich-vermeidende (selbstunsichere) Persönlichkeitsstörung

Sensibler Persönlichkeitsstil

Menschen mit einem sensiblen Stil ziehen das Bekannte dem Unbekannten vor und können ihre Fähigkeiten am besten dann entfalten, wenn die Welt klein ist und ihnen die Menschen vertraut sind. Sie lieben Gewohnheit, Wiederholung und Routine. Sie sind ihrer Familie und ihren engen Freunden tief verbunden und schätzen die Behaglichkeit des Zuhauses. Im sozialen Umgang liegt ihnen sehr daran, was andere von ihnen denken, sie sind umsichtig und taktvoll, fällen keine vorschnellen Entscheidungen und verhalten sich liebenswürdig, beherrscht, mit höflicher Zurückhaltung.


Ängstlich-vermeidende (selbstunsichere) Persönlichkeitsstörung

Die ängstlich-vermeidende oder selbstunsichere Persönlichkeitsstörung ist durch ein tief greifendes Muster von sozialer Gehemmtheit, Insuffizienzgefühlen und der Überempfindlichkeit gegenüber negativer Beurteilung durch andere gekennzeichnet.Personen mit dieser Störung vermeiden berufliche Aufgaben oder Aufträge, bei denen sie mit vielen Menschen zu tun haben, aus Angst vor Kritik, Ablehnung oder Zurückweisung. Soziale Kontakte werden in der Regel nur eingegangen, wenn der Betroffene sich der Sympathie und des Angenommenseins durch den anderen sicher ist. Selbst in engeren Beziehungen fällt es schwer, für sich selbst zu sprechen und intimere Gefühle zu zeigen, aus Angst, dass man sich über sie lustig macht oder sie in Verlegenheit bringt. In sozialen Situationen sind die Betroffenen ständig gedanklich damit beschäftigt, kritisiert oder abgelehnt zu werden. Ihre Aufmerksamkeit ist ganz auf den anderen gerichtet. Sie sehen sich sozusagen durch die Augen des anderen. Selbst eher neutrale Verhaltensweisen können schon als Kritik und Ablehnung bewertet werden, wodurch sich der Betroffene äußerst verletzt fühlt. Menschen mit dieser Störung halten sich für gesellschaftlich unbeholfen, persönlich unattraktiv oder dem anderen gegenüber unterlegen. Die geringe Selbstachtung führt dazu, dass sich die Betroffenen schweigsam zurückhalten, wenn sie neue Leute kennenlernen. Auch nehmen Menschen mit dieser Störung in der Regel ungern persönliche Risiken in Kauf oder wagen sich an neue Aktivitäten heran, weil sie große Angst haben, sich dabei zu blamieren.

Exzentrischer Persönlichkeitsstil und schizotypische Persönlichkeitsstörung

Exzentrischer Persönlichkeitsstil

Menschen mit einem exzentrischen Stil sind nicht wie irgendjemand anders. Sie sind Träumer, Suchende, Visionäre, Mystiker. Sie beziehen Kraft aus ihren eigenen Gefühlen und Glaubenssystemen, leben in einer eigenen Welt und sind blind gegenüber Konventionen, weshalb sie oft unübliche und ausgefallene Lebensstile pflegen. Sie sind interessiert am Okkulten, Außersinnlichen und Übernatürlichen; abstraktes und spekulatives Denken zieht sie an. Obwohl nach innen gewandt, sind sie sensibel und beobachten genau, wie andere auf sie reagieren.


Schizotypische Persönlichkeitsstörung

Bei dieser Persönlichkeitsstörung dominiert ein Muster von starkem Unbehagen in nahen Beziehungen, von Verzerrungen des Denkens und Wahrnehmens in sozialen Bezügen sowie von Eigentümlichkeiten des Verhaltens.Personen mit dieser Störung interpretieren Ereignisse oft so, als ob diese eine besondere und ungewöhnliche Bedeutung speziell für diese Person hätten (Beziehungsideen). Es entwickeln sich seltsame Ideen und Überzeugungen oder auch magische Denkinhalte. So kann der- oder diejenige davon überzeugt sein, Dinge vorhersehen zu können oder die Gedanken anderer lesen zu können. Es können ungewöhnliche Wahrnehmungen auftauchen, beispielsweise das Gefühl, dass eine andere Person anwesend sei, obwohl man allein ist. Die Denk- und Sprechweise wirkt seltsam, sie kann vage, umständlich, übergenau, abstrakt, stereotyp oder metaphorisch sein. Häufig sind Personen mit dieser Störung misstrauisch oder haben paranoide Vorstellungen. Das Gefühlsleben ist eingeschränkt oder unpassend. Diese Menschen verhalten sich oft steif und verschlossen. Aufgrund dieses Verhaltens, aber auch wegen der oft ungepflegten oder vernachlässigten äußeren Erscheinung, wirken diese Menschen seltsam, exzentrisch oder merkwürdig. Sie haben kaum enge Freunde oder Vertraute. In sozialen Situationen sind Menschen mit dieser Störung ängstlich, besonders dann, wenn unbekannte Personen beteiligt sind. Sie haben das Gefühl, anders als die anderen zu sein, einfach nicht dazuzugehören. Die soziale Angst vermindert sich auch dann nicht, wenn der Betroffene länger in einer Situation bleibt oder mit den anderen Menschen vertraut geworden ist. Hintergrund ist hier nicht, wie bei der selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung, eine negative Selbstbeurteilung, sondern es besteht ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber den vermuteten Absichten der Mitmenschen (paranoide Befürchtungen).

Ungeselliger Persönlichkeitsstil und schizoide Persönlichkeitsstörung

Ungeselliger Persönlichkeitsstil

Menschen mit einem ungeselligen Stil haben ein geringes Bedürfnis nach Gesellschaft und brauchen niemanden außer sich selbst. Sie sind selbstständig und unabhängig, ausgeglichen, ruhig und leidenschaftslos, unsentimental und unerschütterlich. Ungesellige Menschen wollen weder beeindrucken noch gefallen, sie sind frei von verwirrenden Gefühlen, aber voller Klarsicht. Sie werden nicht von sexuellen Bedürfnissen getrieben, wenn sie ihnen auch Spaß machen, und bleiben, wenig beeinflussbar durch Lob oder Kritik, mit beiden Beinen auf dem Boden.


Schizoide Persönlichkeitsstörung

Diese Persönlichkeitsstörung ist durch ein tief greifendes Muster zu charakterisieren, das durch inneren Abstand in sozialen Beziehungen und einem eingeschränkten Gefühlsausdruck in zwischenmenschlichen Beziehungen gekennzeichnet ist.Bei Personen mit dieser Störung fehlt der Wunsch nach Intimität, stattdessen dominiert Gleichgültigkeit gegenüber engen Beziehungen: Es wird keine oder nur wenig Freude daran gefunden, Teil einer Familie oder sozialen Gruppe zu sein. Diese Personen verbringen ihre Zeit lieber allein, sind häufig sozial isoliert und einzelgängerisch. Aktivitäten, die keine Interaktion mit anderen Menschen beinhalten, werden bevorzugt, ebenso mechanische oder abstrakte Tätigkeiten, wie beispielsweise mathematische Spiele. Es besteht ein geringes Interesse an sexuellen Kontakten. Wenn überhaupt, finden diese Menschen nur an wenigen Aktivitäten Freude. Es bestehen im Grunde genommen keine engeren sozialen Kontakte. Diese Personen haben keine engen Freunde. Auch scheinen sie häufig gleichgültig gegenüber Lob und Kritik anderer zu sein. Was andere über sie denken könnten, scheint sie nicht zu interessieren. Diese Menschen wirken häufig emotional kalt, sozial unbeholfen und oberflächlich.

Wachsamer Persönlichkeitsstil und paranoide Persönlichkeitsstörung

Wachsamer Persönlichkeitsstil

Der wachsame Stil macht Menschen zu Überlebensexperten. Nichts entgeht ihrer Aufmerksamkeit, Menschen und Situationen in ihrer Umgebung werden wachsam beobachtet und geprüft. Wachsame Menschen erkennen verborgene Motive, Ausflüchte und kleinste Verzerrungen der Wahrheit. Sie schätzen Treue und Loyalität und besitzen eine unverwüstliche Unabhängigkeit. Sie sind vorsichtig im Umgang mit anderen, sind gute Zuhörer, aber auch sehr reizbar und bereit sich zu verteidigen, wenn sie angegriffen werden. Kritik nehmen sie sehr ernst, sie schüchtert sie aber nicht ein.

Paranoide Persönlichkeitsstörung

Die paranoide Persönlichkeitsstörung ist durch ein alles durchdringendes Misstrauen und Argwohn gegenüber anderen gekennzeichnet, da deren Motive von vornherein als böswillig wahrgenommen werden. Es besteht ein ausgesprochen negatives Menschenbild, die soziale Umwelt wird als feindselig wahrgenommen. Personen mit dieser Störung verdächtigen andere, ohne hinreichenden Grund oder einen Beweis zu haben, sie ausnutzen, schädigen oder täuschen zu wollen. Sie haben ständig ungerechtfertigte Zweifel bezüglich der Loyalität oder Glaubwürdigkeit ihrer Freunde und Partner. Menschen mit einer paranoiden Persönlichkeit überprüfen ständig die soziale Umwelt auf Abweichungen hinsichtlich Glaubwürdigkeit oder Loyalität. Wenn eine solche Abweichung dann angenommen wird, was leicht geschieht, werden die zugrunde liegenden misstrauischen Annahmen weiter gestärkt, die wiederum den Boden bilden für weitere subjektive Bestätigungen der Unzuverlässigkeit bis hin zu Feindseligkeit der sozialen Umwelt und so fort. Dementsprechend vermeiden Personen mit dieser Störung es, sich anderen anzuvertrauen oder in einen engeren Kontakt mit ihnen zu treten, da die stets wache Befürchtung besteht, dass der Kontakt in böswilliger Art und Weise gegen sie verwandt werden könnte. Dies gilt schon für geringfügige soziale Anlässe: So wird beispielsweise die Beantwortung persönlicher Fragen abgelehnt, oder in harmlose Bemerkungen werden bedrohliche Bedeutungen hineininterpretiert. Auf diese Weise fühlen Menschen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung sich häufig in ihrer Person, ihrem Charakter oder ihrer Reputation missachtet bzw. angegriffen und reagieren daraufhin mit Zorn oder einem Gegenangriff. Erlittene Kränkungen, Verletzungen oder Herabsetzungen werden nicht vergessen und nicht verziehen. Diese Personen sind extrem lange nachtragend. Vor diesem Hintergrund kann sich auch eine pathologische Eifersucht entwickeln. Ehe- oder Sexualpartner werden dann ohne jeden Anhaltspunkt verdächtigt, untreu zu sein.

Selbstbewusster Persönlichkeitsstil und narzisstische Persönlichkeitsstörung

Selbstbewusster Persönlichkeitsstil

Menschen mit einem selbstbewussten Stil sind oft begabte Führungspersönlichkeiten und der Mittelpunkt ihrer öffentlichen oder privaten Welt. Sie glauben an sich und ihre Fähigkeiten, sind sich ihrer Gedanken und Gefühle genau bewusst und sie wissen, was sie wollen. Selbstbewusste Menschen verkaufen sich und ihre Ideen energisch und effizient. Sie haben oft auch eine besondere Gabe, andere für die eigenen Ziele zu begeistern und erwarten, dass sie immer besonders gut behandelt werden. Im Umgang mit anderen sind sie geschickt, mit taktischem Gespür begabt und siegesgewiss auf Konkurrenz eingestellt. Sie nehmen Lob und Bewunderung gelassen entgegen, fühlen sich aber von Kritik tief getroffen.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung finden sich ein tief greifendes Muster von Großartigkeit (in Fantasie oder Verhalten), ein durchgehendes Bedürfnis nach Bewunderung und ein Mangel an Einführungsvermögen in andere.Personen mit dieser Störung legen ein übertriebenes Selbstwertgefühl an den Tag. Eigene Leistungen und Fähigkeiten werden überbetont und überbewertet. Die betreffende Person erwartet, auch ohne entsprechende Leistung, als überlegen zu gelten. Dadurch wirken diese Personen nicht selten prahlerisch und großspurig. Ihr Denken ist häufig von Fantasien über unbegrenzten Erfolg, Macht, Brillanz, Schönheit oder vollkommene Liebe beherrscht. Sie begeben sich gern in diese Tagträume, andere Aktivitäten können dadurch verdrängt werden. Personen mit dieser Störung glauben von sich, überlegen, besonders oder einzigartig zu sein. Dementsprechend sind sie der Überzeugung, nur von Leuten verstanden zu werden oder wollen nur mit Leuten Kontakt haben, die ebenfalls etwas Besonderes sind oder eine hohe Position innehaben. So bestehen sie beispielsweise bei einer Beschwerde darauf, nur mit dem höchsten Vorgesetzten zu sprechen. Auch verlangen Betroffene mit dieser Störung nach übermäßiger Bewunderung. Es ist ihnen sehr wichtig, dass sie von anderen beachtet oder in irgendeiner Weise bewundert werden. Dementsprechend sind die Verhaltensweisen oft darauf ausgerichtet, Bestätigung und Bewunderung zu erhalten. Ein hohes Anspruchsdenken ist häufig bei diesen Personen zu finden. So erwarten sie beispielsweise, bevorzugt behandelt zu werden. Diese hohe Anspruchshaltung geht oft einher mit einem Mangel an Sensibilität gegenüber den Wünschen und Bedürfnissen anderer Menschen. Zwischenmenschliche Beziehungen werden dahingehend ausgenutzt, die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Ziele zu realisieren. Es besteht die Erwartung, dass andere den eigenen Wünschen bedingungslos nachkommen. Menschen mit dieser Störung halten es oft für unwichtig, sich mit den Angelegenheiten oder den Gefühlen anderer auseinanderzusetzen. Sie haben Schwierigkeiten, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen und dessen Wünsche bzw. Gefühle wahrzunehmen. Sie können es häufig nur schwer ertragen, wenn andere erfolgreich sind oder haben den Eindruck, dass andere oft neidisch auf sie sind. Auch zeigen betroffene Personen häufig arrogante und überhebliche Verhaltensweisen und Einstellungen.

Dramatischer Persönlichkeitsstil und histrionische Persönlichkeitsstörung

Dramatischer Persönlichkeitsstil

Dramatische Menschen sind Gefühlsmenschen und leben in einer Welt voller Farbe und Intensität. Sie sind empfindungsorientiert, zeigen ihre Gefühle offen, wechseln schnell von Stimmung zu Stimmung, neigen zu spontanem und impulsivem Verhalten und nutzen den Augenblick. Für Menschen mit diesem Stil ist das Leben nie dumpf und langweilig, sie füllen ihre Welt mit Aufregung und Fantasie und erleben alles  intensiv und überschwänglich. Sie betrachten die ganze Welt als ihre Bühne, sie möchten gesehen werden und brauchen Aufmerksamkeit, Applaus und Komplimente wie ihr tägliches Brot. Sie lieben ein gepflegtes Äußeres und genießen ihre erotische Anziehungskraft.

Histrionische Persönlichkeitsstörung

Diese Persönlichkeitsstörung ist durch ein tief greifendes Muster übermäßiger Emotionalität und/oder ein Streben nach Aufmerksamkeit charakterisiert.

Personen mit dieser Störung verlangen ständig danach, im Mittelpunkt zu stehen. Das Verhalten ist typischerweise darauf ausgerichtet, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Betroffene Personen verhalten sich im Sozialkontakt häufig unangemessen, aufreizend bzw. sexuell provokativ. Der Gefühlsausdruck ist oberflächlich und kann sehr rasch wechseln. Personen mit dieser Störung nutzen ihr äußeres Erscheinungsbild, wie z.B. ihre Kleidung, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken: Es wird übermäßig viel Zeit auf die äußere Erscheinung verwendet oder die betreffende Person fühlt sich extrem gestört, wenn sie sich nicht attraktiv fühlt. Der Sprachstil ist übertrieben impressionistisch, kennt im Grunde genommen keine Details, echte Fakten fehlen. Charmantes Auftreten, theatralisches In-Szene-Setzen, Weinen, Wutausbrüche bis hin zu Suizidandrohungen gehören dazu. Nur flüchtige Bekannte werden mit unangemessener Begeisterung umarmt oder es kommt zu „Weinkrämpfen“, wobei das Ausmaß der emotionalen Reaktion in keinem Verhältnis zum Anlass steht. Personen mit dieser Störung sind auch häufig unsicher in ihren Meinungen und Ansichten und übernehmen daher schnell die Meinung anderer. Beziehungen werden von ihnen enger wahrgenommen, als sie tatsächlich sind. Sie glauben, zu fast allen Menschen, die sie treffen, einen schnellen engen Kontakt zu haben. Das kann sich beispielsweise darin äußern, dass der behandelnde Zahnarzt nach zwei Terminen mit seinem Vornamen angesprochen wird.

Entwicklung und Aufrechterhaltung von Persönlichkeitsstörungen. Aus kognitiv-verhaltenstherapeutischer Sicht wird davon ausgegangen, dass sich Persönlichkeitsstörungen aus einem komplexen Zusammenspiel von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren entwickeln und dass die frühen fehlangepassten Schemata des Patienten eine zentrale Rolle bei Persönlichkeitsstörungen spielen.

Schemata sind äußerst stabile und durchgängige Eigenheiten des Denkens und Fühlens eines Menschen, die sich in der Kindheit und Jugendzeit entwickeln und über ein Leben lang erweitert werden. Sie beinhalten wichtige Überzeugungen und Gefühle hinsichtlich der eigenen Person und des Umfeldes. Frühe fehlangepasste Schemata haben ihren Ursprung in chronisch ungünstigen und oft traumatischen Entwicklungsbedingungen wie z.B. chronischer Vernachlässigung, unzureichender Förderung der Entwicklung des Kindes, körperlichen Gewalterfahrungen, sexuellem und emotionalem Missbrauch oder dem Verlust wichtiger Bezugspersonen. Das Schema Abhängigkeit/Unfähigkeit (charakteristisch für die abhängige Persönlichkeitsstörung) bezieht sich z.B. auf die Überzeugung, nicht fähig zu sein, mit alltäglichen Verantwortlichkeiten kompetent und unabhängig umzugehen. Wenn es z.B. darum geht, Entscheidungen zu treffen oder neue Aufgaben anzupacken, verlassen sich Menschen mit diesem Schema übermäßig auf die Hilfe anderer. Im Allgemeinen entbehrten diese Menschen als Kinder ein förderliches Umfeld für die Entwicklung und wurden nicht ermutigt, unabhängig zu handeln sowie Vertrauen in ihre Fähigkeit, sich um sich selbst zu kümmern, zu entwickeln. 

Frühe fehlangepasste Schemata beinhalten Überzeugungen, die zu dem Zeitpunkt ihrer Entstehung möglicherweise richtig waren. Die fehlangepasste  Natur der Schemata wird gewöhnlich im späteren Leben in der Interaktion mit anderen Menschen sichtbar, wenn das Muster des Denkens und Fühlens weiterhin den Umgang des Betreffenden mit anderen Menschen prägt, selbst wenn seine Wahrnehmungen und Interpretationen nicht mehr zutreffen und sich als gedankliche Verzerrungen und Fehlwahrnehmungen herausstellen. So kann jemand, der in seiner Kindheit missbraucht oder von Eltern, Geschwistern oder Gleichaltrigen ständig ungerecht behandelt wurde, ein Schema des Misstrauens/Missbrauchs entwickeln (charakteristisch für die paranoide oder die Borderline-Persönlichkeitsstörung) und befürchtet dann auch als Erwachsener durchgehend, von anderen Menschen verletzt, betrogen, missbraucht oder fallengelassen zu werden.

Frühe fehlangepasste Schemata sind oft lebenslange Muster des Denkens und Fühlens, die die individuelle Sichtweise und Interpretation der Außenwelt und das Verhalten beeinflussen und die der einzelne Mensch blind in seiner Wahrheit akzeptiert. Je traumatisierender, rigider oder eingeschränkter die Lernerfahrungen waren, desto starrer und unflexibler wird der einzelne Mensch an ihnen festhalten. Typisch für diese Denkeinstellungen von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen ist, dass sie jeder Veränderung gegenüber sehr widerstandsfähig sind. 

Zur Bewältigung schmerzhafter Erlebnisse und Gefühle entwickeln die Betroffenen unterschiedliche Verhaltensweisen. Dieses durch frühe fehlangepasste Schemata geprägte zwischenmenschliche Verhalten stellt eine Art Schutz- und Überlebensfunktion dar (z.B. Rückzug aus sozialen Beziehungen bei der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung oder hilfesuchendes und klammerndes Verhalten bei der abhängigen Persönlichkeitsstörung) und soll sich wiederholende schmerzhafte seelische Verletzungen sowie Enttäuschungs- und Überforderungserlebnisse verhindern. Diese als Selbstschutz entstandenen Verhaltensweisen sind stereotyp, unflexibel und nicht angepasst an die Bedürfnisse der Bezugspersonen. Dies führt im zwischenmenschlichen Bereich nicht selten zu erheblichen Irritationen und löst Ablehnung, Kritik und Feindseligkeit aus, welche die Betroffenen an frühe Beziehungserfahrungen erinnern und deren fehlangepasstes Verhalten noch weiter verstärken. Auf diese Weise führen die interpersonellen Bewältigungsversuche in einem Teufelskreislauf zu einer Bestätigung der fehlangepassten Schemata, zur Aufrechterhaltung des Verhaltens und sie verhindern, dass neue Erfahrungen gemacht werden.

Das Verhalten der Betroffenen wird damit einerseits als eine aus der individuellen Lerngeschichte nachvollziehbare und subjektiv sinnvolle, im weiteren Lebenslauf aber untaugliche Anpassungs- und Überlebensstrategie zum Schutz vor zwischenmenschlichen Verletzungen aufgefasst, dann als spezifische Form einer Persönlichkeitsstörung.

Abenteuerlicher Persönlichkeitsstil und dissoziale Persönlichkeitsstörung

Abenteuerlicher Persönlichkeitsstil

Abenteuerliche Menschen werfen ihre Vorsicht aus dem Fenster und führen uns in Bereiche, vor denen die meisten Sterblichen Angst haben. Sie leben auf des Messers Schneide, stellen Grenzen und Beschränkungen infrage und lassen sich auf Gedeih und Verderb auf ein packendes Spiel gegen die eigene Sterblichkeit ein. Abenteuerliche Menschen sind unkonventionell und teilen nicht immer die Werte ihrer Mitmenschen. Ihr Leben heißt wagen, sie lieben das Risiko und den Nervenkitzel. Sie machen sich um andere kaum Sorgen, denn sie halten jeden für selbstverantwortlich. Sie besitzen große Überzeugungskraft und haben eine besondere Fähigkeit, Freunde zu gewinnen. Sie genießen ihre zahlreichen erotischen Abenteuer und sind gern unterwegs in ihrem großen Bedürfnis nach weiteren Entdeckungsreisen. Abenteuerliche Menschen verdienen ihr Brot am liebsten frei, selbstständig und unabhängig, sie gehen locker und großzügig mit Geld um. In ihrer Jugend fielen sie bereits durch Unerschrockenheit und Unruhe auf, sie sind mutig und haben keine Schuldgefühle in Bezug auf die Vergangenheit, weil sie ganz und gar in der Gegenwart und im Jetzt leben.


Dissoziale Persönlichkeitsstörung

Diese Persönlichkeitsstörung ist durch ein tief greifendes Muster von Missachtung und Verletzung der Rechte anderer gekennzeichnet.Menschen mit dieser Störung neigen dazu, Gesetze oder gesellschaftliche Normen zu missachten. Diebstähle oder kriminelle bzw. illegale Handlungen werden begangen. Gefühle, Wünsche oder Rechte anderer werden missachtet. Täuschung und Manipulation sind die Hauptstrategien mit dem Ziel, einen persönlichen Vorteil oder ein persönliches Vergnügen zu erlangen (z.B. Sex, Geld oder Macht). Die Fähigkeit zur Selbststeuerung ist herabgesetzt, ebenso wie das vorausschauende Denken und Abwägen von möglichen Folgen. Menschen mit dieser Störung sind häufig an Überfällen oder Schlägereien beteiligt. Sie neigen zu reizbarem und aggressivem Verhalten. Sie sind in ihrem Verhalten rücksichtslos gegenüber anderen, aber auch sich selbst. Weiter kann eine ausgeprägte und andauernde Tendenz zu verantwortungslosem Handeln bestehen (beispielsweise kommt es trotz vorhandener Arbeitsangebote zu längerfristigen Zeiten der Arbeitslosigkeit oder zum wiederholten Fernbleiben von der Arbeitsstelle, ohne dass die entsprechende Person krank ist, Schulden werden nicht zurückgezahlt etc.). Menschen mit dieser Störung reagieren gleichgültig, zeigen keine Reue, wenn sie jemanden verletzt, misshandelt oder bestohlen haben. Schon vor Vollendung des 15. Lebensjahres liegen Anzeichen vor für eine Störung des Sozialverhaltens, wie z.B. Aggression gegen Menschen und Tiere, Zerstörung fremden Eigentums, Betrug oder Diebstahl.

Sprunghafter Persönlichkeitsstil und Borderline-Persönlichkeitsstörung

Sprunghafter Persönlichkeitsstil

Für sprunghafte Menschen ist das Leben eine Achterbahn. Sie brauchen immer eine tiefe, romantische Beziehung zu einem anderen Menschen und treten voller Leidenschaft und Intensität mit dem Leben und anderen Menschen in Kontakt. Sie reagieren auf jeden und finden in allem, was ein anderer sagt oder tut, eine emotionale Bedeutung. Sie sind daher leicht geschmeichelt und erfreut, genauso schnell aber am Boden zerstört oder enttäuscht. Sie zeigen, was sie fühlen, sind hemmungslos, spontan, lieben Spaß und haben keine Angst vor Risiken. Fantasievoll und neugierig treten sie anderen Kulturen, Rollen und Wertsystemen entgegen, experimentieren gern und sind bereit, neuen Pfaden zu folgen.

Borderline-PersönlichkeitsstörungBei der Borderline-Persönlichkeitsstörung findet sich ein tief greifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten sowie eine deutliche Impulsivität.
Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung sind verzweifelt bemüht, tatsächliches oder erwartetes Verlassenwerden zu vermeiden. Selbst geringfügige Anlässe, z.B. wenn jemand eine Verabredung absagt oder sich verspätet, führen zu intensiven Ängsten oder aber auch unangemessener Wut. Ein Muster instabiler, aber intensiver Beziehungen ist charakteristisch für Personen mit dieser Störung. Ein Muster von Idealisierung und Abwertung ist kennzeichnend für ihre Beziehungen. Es kommt zu plötzlichen und dramatischen Änderungen in der Sichtweise von anderen, besonders dann, wenn Menschen mit dieser Störung sich zurückgewiesen fühlen. Häufig liegt eine Identitätsstörung vor. Diese ist gekennzeichnet durch ein auffällig und durchgängig instabiles Selbstbild und schwankende Selbstwahrnehmung. Dies kann sich darin äußern, dass die betreffende Person plötzlich ihre Zielsetzungen, ihre beruflichen Pläne, religiösen Anschauungen, Wertvorstellungen oder Einschätzung der eigenen sexuellen Orientierung ändert. Betroffene Menschen zeigen impulsives Verhalten bei potenziell selbstschädigenden Aktivitäten, z.B. Glücksspielen, bei Substanzmissbrauch, risikoreichem Geschlechtsverhalten oder rücksichtslosem Fahren. In der Lebensgeschichte kommt es häufig zu wiederholten Suizidhandlungen, Selbstmordandeutungen oder
-drohungen oder auch zu selbstverletzendem Verhalten, z.B. Aufritzen oder Schneiden der Haut mit einer Rasierklinge. Selbstschädigende Verhaltensweisen werden oft durch Erlebnisse drohender Trennung oder Zurückweisung ausgelöst. Selbstverletzende Handlungen treten häufig im Rahmen der drohenden Überflutung von Angstgefühlen auf. Der dadurch ausgelöste konkrete Schmerz gibt Sicherheit, ist leichter zu ertragen als das innere Empfinden und lenkt von diesem ab. Bei Menschen mit dieser Störung findet sich häufig eine Instabilität der Gefühlslage, da sie schnell auf alle Impulse aus ihrer Umgebung reagieren. Die Stimmung kann sehr abrupt von dysphorischer Grundstimmung auf Wut, Angst oder Verzweiflung umschlagen, wobei diese Zustände gewöhnlich nur einige Stunden und selten länger als einige Tage dauern. Die betroffenen Personen leiden häufig unter einem chronischen Gefühl der inneren Leere. Personen mit dieser Störung haben oft heftige Wutausbrüche oder verspüren eine lang anhaltende Wut. Die Wut ist häufig so extrem, dass die betreffende Person Schwierigkeit hat, sie zu kontrollieren. Wutausbrüche treten auch hier insbesondere bei wahrgenommener Zurückweisung oder Vernachlässigung durch den Partner oder eine andere wichtige Bezugsperson auf. Wird die Belastung als besonders extrem erlebt, kann es vorübergehend zu paranoiden Vorstellungen oder dissoziativen Symptomen kommen, die gewöhnlich von geringem Ausmaß oder kurzer Dauer sind.