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Herzrhythmusstörungen

Von Herzrhythmusstörungen spricht man, wenn der Pulsschlag des Herzens aus dem normalen regelmäßigen Takt gerät.

Der Pulsschlag des erwachsenen Menschen in Ruhe liegt etwa bei 50–90/min. Bei Säuglingen und Kindern liegt der Puls je nach Alter deutlich darüber (bis 160/min).

Es gibt normale, physiologische Abweichungen der Pulsfrequenz (z.B. durch die Atmung, Körpertemperatur, Bewegung, tageszeitlich durch den Schlaf-Wach-Rhythmus bedingt), aber auch krankhafte Herzrhythmusstörungen.

Entstehung und Ursachen

Die Herzrhythmusstörungen haben oft völlig unterschiedliche Ursachen, z.B.:

  • Stoffwechselentgleisungen
  • Elektrolytentgleisungen
  • Virusinfektionen mit Herzmuskelentzündungen
  • Medikamentenfolge
  • (Strom-) Unfälle
  • Strukturelle Herzmuskelveränderungen
  • Toxine etc.

Wir kennen angeborene (z.B. Brugada-Syndrom, Long-QT-Syndrom) und erworbene Herzrhythmusstörungen (z.B. bei koronarer Herzkrankheit, nach Herzinfarkt, nach Operationen oder bei erworbenen Herzklappenerkrankungen).

Verschiedene Formen der Herzrhythmusstörungen und deren Folgen:

  1. Man unterteilt tachykarde (zu schnelle, Puls > 100/min) und bradykarde (zu langsame, Puls < 50/min) und normfrequente Herzrhythmusstörungen
     
  2. Weiterhin unterscheidet man singuläre (einzelne), intermittierend (immer mal wiederkehrend) auftretende, einfache und komplexe Extraschläge
     
  3. Sie können unterschiedliche Entstehungsorte im Herzen haben und hierdurch auch unterschieden werden.
    So entstehen Herzrhythmusstörungen z.B. in den Vorhöfen, in dem Reizleitungssystem oder in den Herzkammern

Es gibt ungefährliche und gefährliche Rhythmusstörungen, die bis zum plötzlichen Herztod führen können, sodass eine Reanimation (rasche Wiederbelebung) des Patienten notwendig wird.

Rhythmusstörungen des Herzens können aber auch zu Schlaganfällen des Gehirns führen. Das passiert häufig bei Vorhofflimmern durch Embolien/Blutgerinnsel, die sich im Herzen bilden und durch die Blutbahn ins Gehirn transportiert werden.

Vorhofflimmern bewirkt in der Regel einen schnellen, unregelmäßigen Pulsschlag (Tachyarrhythmia absolute), verursacht durch unregelmäßige schnelle Erregungen in den Vorhöfen mit unregelmäßiger Überleitung in die Herzkammern.

Hier gibt es aber auch Formen mit sehr langsamem, unregelmäßigem Pulsschlag (Bradyarrhythmia absolute) oder normfrequente absolute Arrhythmie.

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen und das Risiko, daran zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter.

Durch die Gerinnselbildung kann es aber auch zu Minderdurchblutung vieler anderer Organe kommen, z.B. Milzinfarkte, Darminfarkte etc. Minderdurchblutung des Gehirns kann ebenfalls durch viel zu langsamen Pulsschlag entstehen, die Folgen sind Schwindel, Bewusstlosigkeit oder Hirninfarkt.

Viele Patienten spüren ihren unregelmäßigen Herzschlag, andere bemerken nichts davon. Herzrhythmusstörungen können eine Herzschwäche verursachen oder diese begünstigen.

Diagnostik der Herzrhythmusstörungen

Zur Diagnostik gehören EKG (Elektrokardiogramm), ein oder mehrere Langzeit-EKG, ggf. ein implantierbarer oder tragbarer Event Recorder, Belastungs-EKG, Echokardiografie, Laboruntersuchungen und je nach Rhythmusstörung auch invasive Diagnostik wie Herzkatheteruntersuchung und elektrophysiologische Abklärung mittels spezieller Verfahren.

Erste Untersuchungen können in der Regel durch den Hausarzt durchgeführt werden, dann sollte weitere Diagnostik durch Kardiologen und Elektrophysiologen ambulant oder auch stationär im Krankenhaus folgen.

Therapien

Therapien stehen je nach Ursache und Art der Rhythmusstörungen vielfältig zur Verfügung.

Es kommen medikamentöse Therapie, z.T. kombiniert mit Blutverdünnung, elektrische Kardioversion/Defibrillation, aber auch interventionelle Maßnahmen wie Katheterablation, Herzschrittmacher, tragbarer oder implantierbarer Defibrillator, CRT(D)-Systeme (Kombination aus kardinaler Resynchronisation, CRT und spezieller Elektroschockgeräte) zur Synchronisation der beiden Herzkammern und Unterstützung des Herzens bei Herzschwäche zum Einsatz, ebenso zur Defibrillation bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

Ausgewogene (z.B. mediterrane) Ernährung, Sport und gesunde Lebensweise können ebenfalls zur Therapie oder Vermeidung von Herzrhythmusstörungen beitragen.

Hier helfen in Einzelfällen zusätzlich gezielte kardiologische Rehabilitationsmaßnahmen.