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Stationäre verhaltenstherapeutische Behandlung von Essstörungen

Behandlung von Magersucht und Bulimie - ein Angebot der MEDIAN Kliniken

Magersucht und Bulimie gehören zu den Essstörungen und treten, zumindest, was das Aufsuchen einer Behandlung angeht, überwiegend bei Frauen auf. In den MEDIAN Kliniken bieten wir von diesen Essstörungen Betroffenen umfassende Unterstützungsangebote an.

Formen der Essstörung - was ist eine Magersucht?

Die Magersucht (andere Begriffe: Anorexie, Anorexia nervosa) ist eine Form der Essstörung, die vor allem durch starkes bis lebensbedrohliches Untergewicht gekennzeichnet ist. Das Untergewicht wird häufig durch ausgeprägte Hunger- und/oder Diätphasen oder einseitige Ernährung („schwarze Listen“, z.B. Vermeidung von Fett, Zucker etc.) erreicht. Psychisch auffälligstes Symptom ist eine oft verzerrte und unrealistische Wahrnehmung des eigenen Körpers oder einzelner Körperregionen. In der Regel fühlt man sich zu dick, Körperteile wie Oberschenkel, Bauch, Po oder Brust erscheinen als viel zu dick, ein Betrachten des eigenen Körpers im Spiegel oder der Besuch eines Schwimmbades sind aus Ekel vor sich selber fast unmöglich. Die ausgeprägte Angst vor Gewichtszunahme führt bei der Magersucht zu einem immer ausgeprägteren Teufelskreis aus Zunahmeangst (Fachausdruck: Gewichtsphobie) und daraus resultierendem Hungern. Ziel der Behandlung von Magersucht ist es, diese Angst zu nehmen und die gesunde und richtige Wahrnehmung des eigenen Körpers wiederherzustellen.

Formen der Essstörung - was ist eine Bulimie?

Eine weitere Form der Essstörung ist die Bulimie (andere Begriffe: Ess-Brech-Sucht, Bulimia nervosa, Sportbulimie). Sie teilt mit der Magersucht die Gewichtsphobie und die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körperaussehen. Während die Anorexie aber vor allem durch ein massives Untergewicht gekennzeichnet ist, besteht bei der Bulimie meist ein Gewicht im Normalbereich. Dafür existiert oft ein unwiderstehlicher Drang, insbesondere in Stress- oder Anspannungssituationen, innerhalb kurzer Zeit große Menge Nahrung zu sich zu nehmen (oft süß oder fettig), bis hin zum Kontrollverlust. Diese übermäßige Kalorienzufuhr muss dann ausgeglichen werden, in vielen Fällen durch Erbrechen („Finger in den Hals“), daher der Name Ess-Brech-Sucht. Abhängig von der Ausprägung der Bulimie und/oder auch des Ausmaßes der übermäßigen Kalorienzufuhr können auch andere Gewichtsreduzierungsmaßnahmen greifen wie die Einnahme von Abführmitteln, Appetithemmern, Schilddrüsenhormonen, Insulin. Es gibt auch die Form der starken Gewichtsreduktion durch extremes Sporttreiben. Finden übrigens die letztgenannten Gewichtsregulationsmaßnahmen im Rahmen einer Magersucht statt, spricht man von einer bulimischen Anorexie oder Magersucht.

Körperliche und soziale Folgen der Magersucht und Bulimie

Magersucht und Bulimie haben für die körperliche Gesundheit viele gefährliche und unangenehme Auswirkungen: Herzprobleme, Osteoporose, Verlieren der Fruchtbarkeit, Zahnschäden und Haarausfall sind nur einige wenige gesundheitliche Folgen. Die nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit kann zu Arbeitsplatzverlust, einem Verlust sozialer Kontakte bis hin zum vollen Aktivitätsverlust führen. Insbesondere die oft teuren Essattacken bei der Bulimie haben nicht selten erhebliche finanzielle Probleme zur Folge.

Wie Magersucht und Bulimie entstehen können

Die Gründe für das Entstehen einer magersüchtigen oder bulimischen Essstörung sind vielfältig. Natürlich steht oft am Beginn der Erkrankung der Wunsch nach einer Gewichtsabnahme und der Wunsch „besser auszusehen“. Gerade wenn die soziale Umwelt auf solche Ergebnisse positiv reagiert, wird das Abnehmen oder das Erbrechen meist zum Selbstläufer. Nicht umsonst steckt in den deutschen Begriffen das Wort „Sucht“. Oft erlangen dann die Essstörungen mit ihren Symptomen auch andere Funktionen in anderen Lebensbereichen (Stressabbau, Kontrolle über das soziale Umfeld). Da jede Krankengeschichte absolut individuell ist, nehmen sich die Ärzte und Psychologen des MEDIAN Zentrums für Verhaltensmedizin zu Beginn der Behandlung sehr viel Zeit, diese individuellen Faktoren mit den Patientinnen gemeinsam zu ergründen.

Behandlung von Magersucht und Bulimie - unser verhaltenstherapeutisches Konzept

Da Essstörungen wie Magersucht und Bulimie neben der psychischen Belastung auch sehr starke körperliche Beeinträchtigungen durch Fehl- und Mangelernährung hervorrufen, steht am Anfang einer Behandlung der Aufbau einer ausgeglichenen Mahlzeitenstruktur, eine Gewichtszunahme oder -stabilisierung und eine möglichst umfangreiche Unterbindung der „Abnehmmaßnahmen“ wie Hungern, Erbrechen, Abführmittel etc. Das gruppentherapiegestützte Konzept bietet dabei neben vielfältigen Methoden, die helfen mit den Symptomen umzugehen, vor allem aber auch eine unterstützende, haltgebende therapeutische Gemeinschaft mit den anderen magersüchtigen und bulimischen Patientinnen. Wie in einer gut laufenden Selbsthilfegruppe treffen hier die Patientinnen auf ebenfalls betroffene „Expertinnen“ der eigenen Erkrankung, die wichtige und motivierende Unterstützung bei den ersten schwierigen Therapietagen geben. Parallel zur Gewichts- und Nahrungsstabilisierung wird an den individuellen Ursachen für das Entstehen der Magersucht und Bulimie gearbeitet. Ziel ist es dabei, ausgehend von der persönlichen Biografie, Schutzfaktoren zu entwickeln, die einen Therapieerfolg erwarten und vor allem auch nach der Entlassung aus der Klinik stabil bleiben lassen. Ein wichtiger Therapiebaustein ist dabei die Körpertherapie, die zur Akzeptanz des veränderten, dann normalgewichtigen Aussehens führt. Weitere anorexie- und bulimiebezogene Therapiebausteine gibt es in der Kochgruppe, der Ernährungsberatung und der Angehörigenarbeit. Zusätzliche Maßnahmen sind, auch zur Verbesserung des körperlichen Leistungsvermögens, die Ergo- und Kreativtherapie, die Sporttherapie (sofern kein Untergewicht vorliegt), die Musiktherapie und – bei beruflichen Problemen – die Soziotherapie.

Die Behandlungsdauer einer Essstörung richtet sich nach der individuellen Erkrankung und wird mit den einzelnen Patientinnen abgesprochen.