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Sonstige Herzerkrankungen

Entzündliche Herzerkrankungen

Entzündungen des Herzens können an folgenden Strukturen des Herzens auftreten:

Herzklappen

Die Entzündung der Herzklappen (Endokarditis) wird meistens durch Bakterien hervorgerufen, die in die Blutbahn eindringen und sich an den Herzklappen ansiedeln. Dies führt zu Symptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche. Die Bakterien können durch die Blutbahn in andere Körperorgane streuen (Gehirn, Milz, Nieren). Außerdem können die Bakterienkolonien zu einer Zerstörung der Herzklappe führen. Die Behandlung der Herzklappenentzündung erfolgt in der Regel durch eine mehrwöchige Antibiotikatherapie im Krankenhaus. In einigen Fällen kann dadurch ein Ausheilen der Entzündung erreicht werden, sehr oft muss allerdings die entzündete Herzklappe entfernt und durch eine Klappenprothese ersetzt werden.

Herzmuskel (Myokarditis)

Entzündungen des Herzmuskels werden am häufigsten durch Viren hervorgerufen. Durch das Eindringen der Viren in die Herzmuskelzellen bzw. in das Bindegewebe des Herzmuskels kommt es zu einer Funktionsstörung mit Ausbildung einer Herzschwäche. Dabei kann die Ausprägung der Herzschwäche sehr unterschiedlich sein, im Extremfall besteht eine hochgradige Herzschwäche, sodass die zeitweise Unterstützung durch apparative Maßnahmen erforderlich werden kann. Eine Herzmuskelentzündung kann ausheilen, wobei durchaus eine Normalisierung der Herzleistung auftreten kann. Ob eine Normalisierung der Herzleistung eintritt oder eine Herzinsuffizienz bestehen bleibt, kann nicht vorausgesagt werden.

Herzbeutel (Perikarditis)

Die Entzündung des Herzbeutels (Perikard) führt zu einer Wasseransammlung zwischen Herzbeutel und Herz, sodass die Erschlaffung des Herzens beeinträchtigt ist. Ursachen für eine Herzbeutelentzündung können Virusinfektionen, bakterielle Infektionen sowie unspezifische toxische Reaktionen sein. Die verminderte Entfaltungsmöglichkeit des Herzens führt zu einer Leistungsminderung. Spezielle therapeutische Maßnahmen bis hin zur Punktion der Wasseransammlung (Perikardpunktion) können erforderlich werden.

Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathie)

Herzmuskelerkrankungen führen zu einer Veränderung der Herzmuskulatur mit daraus folgender Störung der Herzfunktion. Die Ursachen sind vielfältig (Folgen von Zellgiften wie Alkohol, herzmuskelschädigende Medikamente, Stoffwechselerkrankungen). Die Diagnosesicherung gelingt häufig nur durch eine Gewebeentnahme (Herzmuskelbiopsie).

Eine Sonderform der Herzmuskelerkrankung stellt die Tako-Tsubo-Kardiomyopathie dar. Dabei handelt es sich um eine Funktionsstörung des Herzens infolge Stressbelastung. Klinisch erscheint die Kardiomyopathie wie ein akuter Vorderwandinfarkt mit entsprechenden EKG-Veränderungen, Blutwertveränderungen sowie Bewegungsstörungen im Bereich der Herzvorderwand. Im Allgemeinen bilden sich die Symptome nach einigen Tagen zurück, und es resultiert eine normale Herzpumpfunktion.

Herztumoren

Tumoren des Herzens sind relativ selten. Die häufigste Tumorerkrankung in diesem Sinne ist ein Myxom. Es handelt sich um einen gutartigen Tumor, der vorzugsweise in der linken oder rechten Vorkammer (Vorhof) wächst. Wird der Tumor sehr groß, wird der Blutfluss im Herzen behindert. Vom Tumor können Teile abreißen und mit der Blutbahn in den Körper gelangen, was zum Schlaganfall, zum Milz- und Niereninfarkt oder zum Verschluss, z.B. einer Beinarterie, führen kann. Die Diagnosesicherung erfolgt in aller Regel echokardiografisch, die Entfernung auf minimalinvasivem Weg ist immer indiziert.

Bösartige Erkrankungen des Herzens, die insgesamt noch seltener auftreten, können den Herzmuskel (Sarkom) oder den Herzbeutel (Mesotheliom) befallen. Die Therapie der Wahl ist auch hier die operative Therapie, gefolgt von Chemo- oder Strahlentherapie.

Nach der akuten Behandlung oben genannter Erkrankungen des Herzens besteht häufig eine verminderte Belastbarkeit infolge veränderter Pumpfunktion des Herzens. Die Rehabilitation ist wichtig, um unter kontrollierten Bedingungen eine Trainingstherapie durchzuführen. Kontrolliert wird dabei das Pulsverhalten (Herzrhythmusstörungen) sowie das Blutdruckverhalten. Das Training peripherer Muskulatur ist die Voraussetzung für eine gute Belastbarkeit im Alltag. Während der Rehabilitation werden außerdem die erforderlichen Therapien (Medikamente) überprüft und festgelegt.

Begleitet wird die Rehabilitation durch psychologische Unterstützung, um Selbstvertrauen und psychische Stabilisierung zu erreichen, Zukunftsängste und Depressionen zu vermeiden.

Durch das multimodale Therapiekonzept wird der Patient über seine Erkrankung und deren Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten umfassend informiert.

Korrektur angeborener Herzfehler

Aufgrund der Fortschritte der Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie erreichen sehr viele Patienten mit angeborenem Herzfehler das Erwachsenenalter. Bei komplexen Herzfehlern können operative Korrekturen meistens keine normalen anatomischen Verhältnisse erbringen, sodass gewisse funktionelle Einschränkungen der Herzfunktion bestehen bleiben.