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Reha bei Epilepsie

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In Deutschland sind rund 600.000 Menschen an Epilepsie erkrankt. Diese Erkrankung wirkt sich auf das zentrale Nervensystem aus. Je nachdem, welches Areal des Gehirns betroffen ist, äußert sich ein epileptischer Anfall auf unterschiedliche Art und Weise. Dabei können einzelne Muskeln, jedoch auch der gesamte Körper von Zuckungen bzw. Krämpfen betroffen sein. Einige berichten ebenfalls von kurzzeitiger Bewusstlosigkeit. Epilepsie kann Menschen jeden Alters betreffen. Eine medizinische Reha unterstützt Betroffene gemäß ihren Möglichkeiten, ihr eigenes Leben zu gestalten.

Welche Ereignisse bzw. Situationen können epileptische Anfälle auslösen?

Bestimmte Situationen begünstigen einen epileptischen Anfall, darunter folgende:

  • zu wenig Schlaf
  • exzessive körperliche Belastung
  • abrupter Wechsel zwischen hell und dunkel
  • zu wenig Sauerstoff
  • Hyperventilieren

Gibt es Patienten, die nicht für eine Reha bei Epilepsie geeignet sind?

Nicht aufgenommen werden können Menschen, deren Beeinträchtigungen die Teilnahme an Schulungen und verschiedenen Behandlungsangeboten unmöglich machen. Solche Beeinträchtigungen sind etwa:

  • schwere Intelligenzminderung
  • schwere Verhaltensstörungen mit Eigen- oder Fremdgefährdung
  • akute Phasen von psychiatrischen Erkrankungen, z. B. schwere Depressionen, Suizidrisiko, akute Psychosen oder Abhängigkeitserkrankungen
  • Patienten, bei denen die internistischen Komorbiditäten deutlich im Vordergrund stehen.

Welche Folgen entstehen durch Epilepsie?

Bei Epilepsie entstehen nicht nur körperliche bzw. gesundheitliche Probleme, sondern auch psychische und soziale Herausforderungen, die nicht nur von der Anfallsfrequenz abhängig sind.

Die Folgen können sein:

  • unmittelbare Anfallsfolgen (abhängig von der Anfallssemiologie)
  • Medikamentennebenwirkungen
  • Epilepsieassoziierte psychische Störungen (z. B. unzureichende Krankheitsverarbeitung, Antriebsstörung, Angstzustände usw.)
  • gesellschaftliche Vorurteile bzw. Desinformation
  • rechtliche Einschränkungen
  • zum Teil zusätzliche körperliche oder neurologische Beeinträchtigungen
  • mangelndes Wissen der Betroffenen und deren Angehörigen über die Erkrankung, verknüpft mit Schwierigkeiten, eine an der Erkrankung angepasste Lebensführung oder ein adäquates Krankheitsmanagement einzuhalten

Prävention bzw. was kann ich selbst tun, um dem Verlauf entgegen zu wirken?

Ein geordneter Lebensstil zeigt sich bei der Prävention von erneuten epileptischen Anfällen besonders wirksam. Dazu zählt:

  • gesunder Schlaf-Wach Rhythmus, insbesondere Vermeidung von Schlafentzug
  • regelmäßige und konsequente Medikamenteneinnahme
  • Alkoholkarenz
  • adäquate Stressbewältigung

Häufig gestellte Fragen zur neurologischen Reha bei Epilepsie:

Betroffene berichten unter anderem von leichten bis schweren Gedächtnisstörungen, aber auch Depressionen und Angsterkrankungen sind häufig Begleiterkrankungen von Epilepsie.  

Das Epilepsie-Programm ist sowohl für die Anschlussheilbehandlung als auch für Heilverfahren geeignet. Die Anmeldung erfolgt nach Erstellung eines Antrags bei dem zuständigen Leistungsträger. Die Patienten werden in unmittelbarer Nähe von dem Pflegestützpunkt untergebracht. Am Aufnahmetag erfolgen die Anamneseerhebung sowie eine komplette körperliche und neurologische Untersuchung durch den behandelnden Arzt. Ein besonderer Punkt bezieht sich auf die genaue Epilepsie-Anamnese, um ein gutes Profil des Rehabilitanden zu bekommen und die Therapie individuell anpassen zu können. Anschließend werden gemeinsam mit dem Rehabilitanden die Therapieziele gesetzt.

Neben der Wiederherstellung von noch bestehenden organischen Defiziten wird besonders auf die krankheitsspezifischen Ziele geachtet.Besondere Ziele sind die Krankheitsverarbeitung und der Umgang mit den psychosozialen Folgen nach einem epileptischen Anfall sowie die Wiedereingliederung des Rehabilitanden im Arbeitsleben und in der Gesellschaft.

Während des Aufenthaltes stehen für die Behandlung der Reha-Teilnehmer mehrere Berufsgruppen zur Verfügung: Fachärzte, geschultes Pflegepersonal, Physio- und Ergotherapeuten, Neuropsychologen, Logopäden, Sporttherapeuten, Sozialberater und Ernährungsberater.

Während des Reha-Aufenthaltes bekommen die Patienten ein umfangreiches interdisziplinäres Programm, inklusive Physio- und Ergotherapie, sportliche Betätigung, Freizeitbeschäftigung, kognitives Training sowie psychologische Beratung. In dieser Zeit werden auch Beratungen durch unsere Sozialarbeiter angeboten. Verschiedene krankheitsspezifische Schulungen finden ebenso statt. Auch Im Rahmen der ärztlichen Visiten werden verschiedene krankheitsbedingte Probleme (Stigmatisierung, Medikamenten Compliance, gesunder Lebensstil, usw.) gezielt thematisiert.

Ziel einer Rehabilitation ist es vor allem, die Betroffenen bei ihrer Krankheitsbewältigung und der Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls zu unterstützen. Damit werden die Erkrankten dazu befähigt, das eigene berufliche Potenzial und persönliche Grenzen objektiv einzuschätzen, um so ihr berufliches sowie soziales Leben optimal zu gestalten.

Sofern mindestens zwei epileptische Anfälle unprovoziert auftreten oder nach einem solchen unprovozierten Anfall ein besonders erhöhtes Risiko von über 60 % besteht, dass weitere Anfälle in den nächsten zehn Jahren folgen, so erhält man die Diagnose Epilepsie.

Durch zeitweise Entladungen von Nervenzellverbänden an Hirnoberflächen entstehen Funktionsstörungen im Gehirn. Während eines epileptischen Anfalls ist die Kommunikation der Nervenzellen gestört, was zur Folge hat, dass die Funktionen dieser Nervenzellen ebenfalls gestört sind. Dies betrifft zum Beispiel die Sprache und die Bewegung. Ein Anfall dauert im Durchschnitt wenige Minuten. Daraufhin beginnt das Gehirn, in seiner gängigen Funktionsweise zu arbeiten.

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