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Notfallplan für trübe Tage: MEDIAN-Medizinerin gibt Tipps gegen den „Winter-Blues“

Weihnachtslieder, Kerzenschein, Plätzchenduft und vielleicht sogar der erste Schnee – die Wochen vor dem Fest bringen alle Zutaten für die schönste Zeit des Jahres mit. Doch längst nicht jeder kann sie genießen. Woran liegt es, dass viele Menschen sich gerade jetzt betrübt und antriebslos fühlen? Oft kommen mehrere Ursachen zusammen, weiß Monika Vogelgesang, Chefärztin der MEDIAN Klinik Münchwies im saarländischen Neunkirchen.

„Zum einen ist die Stressbelastung am Jahresende hoch. Wir wollen unheimlich viel erledigen – sei es im Job oder bei den Weihnachtsvorbereitungen zuhause. Das überfordert viele“, sagt die Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Zweitens spiele Lichtmangel eine Rolle. „Die Tage um Weihnachten sind die dunkelsten des Jahres, und wir verbringen die meiste Zeit drinnen bei künstlichem Licht. Die Folge ist oft ein Vitamin-D-Mangel; man spricht sogar von einer Lichtmangel-Depression.“ Den „Winter-Blues“ komplett machen zu wenig Bewegung und zu viele Süßigkeiten, denn „auch eine ungesunde Lebensführung kann die Stimmung drücken“, weiß die Medizinerin, die in Münchwies unter anderem Menschen mit depressiven Erkrankungen behandelt. 

Abschied vom eigenen Perfektionismus

Ihre Tipps für alle, die sich müde und niedergeschlagen fühlen: „Gehen Sie in der Mittagspause raus und lassen Sie sich einfach mal die Sonne ins Gesicht scheinen. Und sitzen Sie nicht länger als nötig am Computer oder vor dem Fernsehen.“ Statt zu Stollen und Schokolade sollte man lieber zu einer Orange oder einem Smoothie greifen. Sich dem Konsumdruck und der Hektik unserer Zeit zu entziehen, ist da schon schwieriger. „Ich empfinde es beinah als zynisch, anderen ,besinnliche‘ Weihnachten zu wünschen“, sagt Monika Vogelgesang. Früher habe das vielleicht noch gestimmt, als die Arbeit der Bauern im Winter ruhte und Zeit für Gespräche und Geschichten war. „Heute dagegen sind die Erwartungen an das perfekte Fest riesig – und die Enttäuschung ist groß, wenn etwas schiefgeht oder in der Familie alte Konflikte aufbrechen.“ Hier helfe es, die Ansprüche an sich und andere herunterzuschrauben. „Es muss nicht alles perfekt sein – auch und gerade zu Weihnachten nicht.“

Gemeinsam weniger einsam   

Für depressive Menschen können die Feiertage noch aus einem weiteren Grund belastend sein. „Es kommen Erinnerungen hoch – entweder an schlimme Weihnachtsfeste oder an schönere Zeiten, was wiederum wehmütig macht“, schildert die Ärztin das Dilemma. Hier könne es helfen, sich im Vorfeld einen kleinen Notfallplan zurechtzulegen: Was kann ich tun, damit es mir besser geht? Zum Beispiel Musik hören, malen oder die Christmesse besuchen? In vielen Städten gibt es außerdem Aktionen oder Festessen für Menschen, die sich allein fühlen, von Familientraditionen gestresst sind oder einfach mal anders feiern möchten. Wer in einer akuten Krise steckt, kann sich an die Hotline der Telefonseelsorge unter 0800-11 0 111 wenden. Für einsame Senioren hat zum Beispiel der Verein Silbernetz unter der Nummer 0800-4 70 80 90 ein bundesweites 24-Stunden-„Feiertagstelefon“ eingerichtet.

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