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Zwangsstörung – Arten

Welche Formen der Zwangsstörung gibt es?

Nachfolgend finden Sie verschiedene Arten von Zwangsstörungen und wie sich diese bei betroffenen Personen äußern.

Wiederhol- und Zählzwänge:

Bei dieser Form der Zwangsstörung müssen die Betroffenen beliebige Alltagshandlungen, wie z.B. das Ankleiden so oft wiederholen, bis sie eine bestimmte Zahl erreicht haben. Tun sie das nicht, verspüren sie eine starke innere Unruhe oder sie werden von Befürchtungen geplagt, dass Angehörigen ein Unglück widerfahre, wenn sie nicht zählen. Werden sie beim Zählen unterbrochen oder schweift ihre Aufmerksamkeit ab, fangen sie meist von vorn an.

Zwanghaftes Sammeln:

Betroffene mit einem Sammelzwang schaffen Gegenstände an, die anderen Menschen wert- oder bedeutungslos erscheinen würden (z.B. Zeitungen, Joghurtbecher), und horten sie anschließend. Als Motiv führen sie meist „vernünftige“ Gründe an, wie „diese Zeitschrift könnte ich noch einmal brauchen“ oder „man sollte sparsam sein“, in Wahrheit jedoch haben sie, durch die Zwangsstörung verursacht, zu den Gegenständen eine persönliche Beziehung entwickelt. Das Wegwerfen erleben sie so, als würde ein Teil von ihnen selbst vernichtet werden. Das zwanghafte Sammeln oder Horten nimmt nicht selten extreme Ausmaße an, in ihren Wohnungen stapeln sich dann z.B. die Zeitungen meterhoch, sodass der Raum praktisch unbewohnbar wird.

Zwanghafte Langsamkeit:

Sämtliche Formen der Zwangsstörung führen dazu, dass die Betroffenen oft sehr viel Zeit damit verbringen, ihre Zwänge auszuüben. Bei einer eher seltenen Form der Zwangserkrankung scheint die Langsamkeit selbst das Symptom zu sein. Von dieser Erkrankung Betroffene benötigen z.B. mehrere Stunden zum Zähneputzen, da sie jeden Millimeter der Zahnoberfläche mit exakten Kreiselbewegungen der Zahnbürste reinigen wollen, oder beim Kämmen achten sie darauf, dass jedes einzelne Haar gekämmt wird.

Ordnungszwänge:

Jede Art von Unordnung im eigenen Bereich macht Menschen mit Ordnungszwängen extrem unruhig und nervös. Sie entwickeln oft ausgeklügelte und starre Ordnungssysteme, z.B. müssen infolge dieser Zwangsstörung Bücher im Regal entweder nach Größe, Farbe, Autor oder Jahrgang bzw. nach einer Kombination dieser Kriterien angeordnet werden. Die Wäsche im Kleiderschrank muss exakt gefaltet sein und „auf Stoß“ genau liegen. Der Gedanke daran, dass Besuch kommt oder dass sie verreisen sollen, bringt Patienten schnell in Panik, da sie befürchten, dass sie nicht nur die äußere, sondern auch die innere Ordnung verlieren könnten.

Zwanghaftes Rückversichern:

In für den äußeren Betrachter scheinbar banalen Situationen veranlassen die Betroffenen dieser Zwangsstörung Personen in ihrer Umgebung, ihnen zu versichern, dass bestimmte Vorgänge oder Situationen in Ordnung sind. Sie benutzen die „objektive“ Einschätzung eines anderen, ihre eigene Unsicherheit zu reduzieren. Ein über längere Zeit zunächst unauffälliger Rückversicherungszwang kann darin bestehen, nach dem Einkauf das Kassenpersonal zu bitten, den zurückgezahlten Geldbetrag hinsichtlich der Richtigkeit noch einmal zu überprüfen. Ein solches zwanghaftes Verhalten wird so lange nicht auffällig, wie ein Betroffener verschiedene Geschäfte aufsuchen kann oder auf unterschiedliches Personal trifft. Um solche Risiken zu reduzieren, kaufen die Betroffenen nur noch selten und dann größere Mengen ein oder lassen sich von Personen begleiten, die diese Verhaltensmuster noch nicht kennen.
 

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