Direkt zum Hauptinhalt
Eine Person stellt Holzfiguren auf

Das Leben leben

Herausforderungen im sozialen Umgang

Dissoziale Persönlichkeitsstörung: Rehabilitation bei MEDIAN

Die dissoziale Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Störung, die durch ein anhaltendes Muster von Missachtung sozialer Normen und der Rechte anderer gekennzeichnet ist. Häufig werden auch die Begriffe antisoziale Persönlichkeitsstörung verwendet. Betroffene zeigen impulsives, verantwortungsloses und wenig empathisches Verhalten.

Auf dieser Seite erfahren Sie, wie sich die dissoziale Persönlichkeitsstörung äußert, welche Ursachen bekannt sind und welche Behandlungsmöglichkeiten in der psychosomatischen Rehabilitation bestehen.

Auf dieser Seite

Verstehen, erkennen, behandeln

Dissoziale Persönlichkeitsstörung verstehen

Die dissoziale Persönlichkeitsstörung, auch als antisoziale Persönlichkeitsstörung bezeichnet, ist eine psychosomatische Erkrankung, die zu den Persönlichkeitsstörungen gehört. Sie ist durch Schwierigkeiten in der Selbstkontrolle sowie im vorausschauenden Denken geprägt. Betroffene haben oft Probleme, Konsequenzen ihres Handelns realistisch einzuschätzen.

Symptome und Auswirkungen bei dissozialer Persönlichkeitsstörung

Eine Person die auf einer Bank sitzt vor einem Teich

Symptome

Bei der dissozialen Persönlichkeitsstörung zeigen sich häufig Verhaltensmuster wie Täuschung und Manipulation, die darauf abzielen, persönliche Vorteile oder kurzfristige Bedürfnisse zu erfüllen. Betroffene handeln oft impulsiv, reizbar und neigen zu aggressivem Verhalten. Im Umgang mit anderen, aber auch sich selbst gegenüber, kann ihr Verhalten rücksichtslos wirken.

Erste Auffälligkeiten treten in vielen Fällen bereits vor dem 15. Lebensjahr auf. Dazu zählen unter anderem aggressives Verhalten gegenüber Menschen oder Tieren, die Zerstörung von Eigentum sowie wiederholtes betrügerisches oder delinquentes Verhalten.

Ein Mann der sich mit einem anderen Mann unterhält

Auswirkungen

Personen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung haben häufig Schwierigkeiten, sich stabil in soziale und berufliche Strukturen zu integrieren. Verantwortungsübernahme fällt oft schwer, was sich unter anderem in Konflikten im Alltag oder im Arbeitsleben zeigen kann. Es kann zu wiederholtem Fernbleiben von der Arbeit oder zu Phasen der Arbeitslosigkeit kommen, selbst wenn Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen. Auch finanzielle Probleme, etwa durch Schulden oder unregelmäßige Rückzahlungen, treten häufiger auf.

Abenteuerlicher Persönlichkeitsstil und dissoziale Persönlichkeitsstörung

  • Abenteuerlicher Persönlichkeitsstil

    Abenteuerliche Menschen werfen ihre Vorsicht oft bewusst über Bord und bewegen sich in Bereichen, die andere eher meiden. Sie suchen das Risiko und den Nervenkitzel, stellen Grenzen und Beschränkungen infrage und handeln häufig unkonventionell. Dabei teilen sie nicht immer die Werte ihres Umfelds.

    Sie gelten als unabhängig, entscheidungsfreudig und überzeugend und haben oft die Fähigkeit, schnell Kontakte zu knüpfen. Ihr Lebensstil ist geprägt von dem Wunsch nach neuen Erfahrungen, Selbstständigkeit und Freiheit. Schon in der Jugend fallen sie häufig durch Unerschrockenheit und Unruhe auf. Dabei leben sie stark im Moment und beschäftigen sich wenig mit möglichen Konsequenzen ihres Handelns.
     

  • Dissoziale Persönlichkeitsstörung

    Die dissoziale Persönlichkeitsstörung ist durch ein tiefgreifendes Muster von Missachtung und Verletzung der Rechte anderer gekennzeichnet. Betroffene neigen dazu, gesellschaftliche Normen und Gesetze zu missachten. Häufig kommt es zu kriminellen oder illegalen Handlungen wie Diebstahl oder Betrug.

    Gefühle, Wünsche und Rechte anderer werden dabei oft nicht berücksichtigt. Täuschung und Manipulation dienen dazu, persönliche Vorteile oder kurzfristige Bedürfnisse zu erfüllen. Gleichzeitig sind Selbststeuerung, vorausschauendes Denken und das Abwägen von Konsequenzen häufig eingeschränkt.

    Menschen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung zeigen oft reizbares und aggressives Verhalten und können in Konflikte oder körperliche Auseinandersetzungen geraten. Ihr Verhalten gegenüber anderen, aber auch sich selbst gegenüber, wirkt häufig rücksichtslos. Zudem besteht oft eine anhaltende Tendenz zu verantwortungslosem Handeln, etwa im Umgang mit Arbeit oder finanziellen Verpflichtungen.

    Ein zentrales Merkmal ist, dass Betroffene häufig wenig Reue empfinden, selbst wenn andere durch ihr Verhalten geschädigt wurden. Erste Auffälligkeiten zeigen sich meist bereits vor dem 15. Lebensjahr, beispielsweise durch aggressives Verhalten, Zerstörung von Eigentum oder wiederholtes betrügerisches Verhalten.

Was Sie in der Reha bei MEDIAN erwartet

Unser Behandlungsansatz in der psychosomatischen Reha bei Persönlichkeitsstörungen

Viele Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung nehmen ihr Verhalten zunächst nicht als belastend wahr. Häufig sind begleitende Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen der auslösende Grund, ärztlichen Rat einzuholen. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung erfolgt dann oft erst im Verlauf der Behandlung. Auch Angehörige stoßen eine Therapie an, wenn das Verhalten im Alltag zunehmend belastend wird.

In der psychosomatischen Reha bei MEDIAN profitieren Sie von individuell abgestimmten Therapiekonzepten. Die Behandlung orientiert sich gezielt an den spezifischen Merkmalen Ihrer Persönlichkeitsstruktur und Ihrer aktuellen Lebenssituation. Entscheidend für den Behandlungsansatz ist Ihr aktueller Zustand:

  • Bei stabiler Situation ist eine psychosomatische Rehabilitation sinnvoll, um langfristige Veränderungen zu erreichen
  • Bei akuten Krisen (z. B. mit Suizidgedanken) erfolgt zunächst eine Behandlung in der Akut-Psychiatrie oder Akut-Psychosomatik

Psychosomatische Rehabilitation: Vom Verstehen zum Verändern

Zu Beginn der psychosomatischen Rehabilitation geht es darum, die Lebenssituationen und Belastungen zu identifizieren, die Ihre Erkrankung sowie Ihre seelischen und/oder körperlichen Symptome ausgelöst haben. Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir, mit welchen Reaktions- und Verhaltensmustern Sie auf diese Belastungen reagiert haben. Dieses Verständnis fördert Ihre Motivation und zeigt Ihnen, welche neuen Fähigkeiten und Reaktionsmuster Sie mit unserer Unterstützung erlernen können, um Ihre Lebenssituation aktiv zu verändern und besser zu bewältigen.

  • Zu Beginn der psychosomatischen Rehabilitation geht es darum, die Lebenssituationen und Belastungen zu identifizieren, die Ihre Erkrankung sowie Ihre seelischen und/oder körperlichen Symptome ausgelöst haben. Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir, mit welchen Reaktions- und Verhaltensmustern Sie auf diese Belastungen reagiert haben. Dieses Verständnis fördert Ihre Motivation und zeigt Ihnen, welche neuen Fähigkeiten und Reaktionsmuster Sie mit unserer Unterstützung erlernen können, um Ihre Lebenssituation aktiv zu verändern und besser zu bewältigen.

Therapiebausteine der psychosomatischen Reha

Eine Frau und ein Mann sitzen im Rahmen eines therapeutischen Gesprächs an einem Tisch.

Psychotherapie

  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) zur Veränderung negativer Denkmuster
  • Tiefenpsychologische und systemische Therapieansätze
  • Einzel- und Gruppentherapie (z. B. Bezugsgruppe, Depressionsgruppe)
  • Psychoeduktive und übungsorientierte Psychosomatikgruppen
  • Schematherapie
  • Acceptance-Commitment-Therapie
Ein Pflerger hilft im Rahmen der beruflichen Wiedereingliederung die körperlichen Symptome einer psychischen Erkrankung zu lindern.

Berufliche Wiedereingliederung (MBOR)

Unterstützung bei beruflichen Veränderungen und Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber

Eine Pflegerin hilft im Rahmen der Sport- und Bewegungstherapie die körperlichen Symptome einer psychischen Erkrankung zu lindern.

Sport- und Bewegungstherapie

  • Gesundheitsorientierte Sport- und Bewegungstherapie
  • Rückenschule und Rückengymnastik
  • Physiotherapie zur Förderung der physischen Gesundheit und Entspannung
Ein Mann macht eine Expositionstherapie mit virtueller Realität (VR)

Expositionstherapie mit virtueller Realität (VR)

  • Konfrontation mit Ängsten in einer sicheren virtuellen Umgebung (z. B. Höhenangst, soziale Ängste)
  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien durch realitätsnahe Simulationen
Die Personen machen im Rahmen einer Therapie, Enstpannungs- und Stressbewältigungstechniken

Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken

  • Achtsamkeitstraining, Meditation und progressive Muskelentspannung
  • Entspannungs- und Achtsamkeitstraining zur Stressreduktion
  • Atemtechniken zur Förderung der inneren Ruhe
Die Personen sitzen im Stuhlkreis und unterhalten sich aufgrund eines speziellen Gruppenangebotes

Spezielle Gruppenangebote

  • Gruppentherapie für Schmerz- oder Suchtproblematiken
  • Selbstsicherheits- und Problemlösetraining
  • Gesundheitsfördernde Gruppen (z. B. Genussgruppe, Raucherentwöhnungstraining)
Die Frau malt im Rahmen einer Kunst- und Ergotherapie ein Bild

Kunst- und Ergotherapie

  • Förderung der Handlungsfähigkeit im Alltag durch praktische Übungen
  • Kreatives Gestalten zur Steigerung von Selbstvertrauen und Lebensqualität
Der Mann kocht im Rahmen der Ernährungsberatung

Ernährungsberatung

Unterstützung bei gesunden Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil

Eine Gruppe macht Yoga wegen eines körperorientierten Verfahren

Körperorientierte Verfahren

zur Förderung der Körperwahrnehmung und emotionalen Stabilität

  • Atemtherapie
  • Körpererfahrungsgruppen
  • Yoga 
Die Pflegerin hält in ihren Hände eine medikamentöse Begleitung

Medikamentöse Begleitung

Zwei Personen sitzen zusammen an einem Tisch und sprechen miteinander aufgrund einer Sozialberatung

Sozialberatung

  • Unterstützung bei sozialen und beruflichen Herausforderungen
  • Hilfestellung bei persönlichen und familiären Problemen zur Stärkung der sozialen Integration
Eine Gruppe machen eine Bewegungstherapie im Rahmen der Nachsorge

Nachsorge

  • Ambulante Nachsorge zur langfristigen Sicherung der Therapieerfolge

Ablauf der psychosomatische Rehabilitation bei MEDIAN

Der Ablauf Ihrer psychosomatischen Rehabilitation bei MEDIAN ist strukturiert und individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.

Zwei Frauen die sich über eine Aufnahme und Erstuntersuchung unterhalten

Aufnahme und Erstuntersuchung

Zu Beginn der psychosomatischen Rehabilitation erfolgt eine gründliche ärztliche bzw. psychotherapeutische Aufnahmeuntersuchung, bei der Ihre persönliche Anamnese sowie Ihre Erwartungen und Ziele für die Reha besprochen werden. Gemeinsam definieren wir realistische Ziele, die in Ihrem individuellen Behandlungsplan festgehalten werden. Dieser Plan bildet die Grundlage für Ihre Therapie und wird regelmäßig an Ihre Fortschritte angepasst.

Die Frau führt eine Übung durch mit einem Zugband aufgrund ihres Therapieablaufs und Klinikalltag

Therapieablauf und Klinikalltag

Die Therapieeinheiten beinhalten eine Vielzahl von Behandlungsansätzen, darunter psychotherapeutische und medizinische Therapien sowie psychosomatische Verfahren. Mindestens einmal pro Woche erfolgt ein psychotherapeutisches Gespräch, um den Fortschritt zu überwachen und den Behandlungsplan gegebenenfalls anzupassen. Bei Bedarf können ärztliche Sprechstunden vereinbart werden.

Die zwei Personen unterhalten sich im Rahmen einer Sozialberatung für die Nachsorge und den Abschluss

Abschluss und Nachsorge

Zum Ende Ihrer Reha besprechen wir mit Ihnen geeignete Nachsorgeangebote, die Ihnen helfen, Ihre Fortschritte zu sichern und die erlernten Selbsthilfestrategien in den Alltag zu integrieren. Hierzu gehören gegebenenfalls ambulante Nachsorge oder der Zugang zu Selbsthilfegruppen. Ziel ist es, dass Sie Ihre Reha-Erfolge auch nach dem Aufenthalt bei MEDIAN weiter ausbauen und langfristig stabilisieren können.

Formen von Persönlichkeitsstörungen

Es gibt verschiedene Formen von Persönlichkeitsstörungen, die sich durch anhaltende Abweichungen im Erleben, Verhalten und in der Selbstwahrnehmung auszeichnen. Je nach Form zeigen sich unterschiedliche Muster im Umgang mit sich selbst und anderen. Weitere Informationen zu den einzelnen Formen von Persönlichkeitsstörungen finden Sie hier:

Unsere psychosomatischen Kliniken für Reha bei dissozialer Persönlichkeitsstörung