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MEDIAN Klinik Beelitz - Einnässen / Einkoten

Das kindliche Einnässen nach dem sechsten Lebensjahr gehört zu den häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter. Im Wesentlichen kann das unwillkürliche Einnässen tagsüber oder nachts zwei Gründe haben: Entweder gibt es eindeutig isolierbare organische Ursachen für die unfreiwillige Entleerung der Blase, oder das Einnässen ist Ausdruck seelischer Belastungen. Letzteres beinhaltet Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, Einsamkeitsgefühle, Schulschwierigkeiten oder ähnlichen sozialen Kummer. Die Folgen des häufig chronisch verlaufenden Störungsbildes sind meist weitere emotionale Störungen, Minderung des Selbstwertgefühls und erlernte Hilflosigkeit. Hinzu kommen oft erfolglose Therapieversuche in der Vergangenheit, die die psychischen Probleme verstärken.

Deshalb bilden bei der Behandlung in unserem Haus eine individuelle Problemanalyse in Bezug auf das Symptom und dessen Folgen die Grundlage für weiterführende Therapien.

Dabei werden medizinische, physiotherapeutische, psychologische und pädagogische Behandlung und Betreuung integriert.

Therapieziele bei der Enuresisbehandlung in der MEDIAN Kinder- und Jugendklinik Beelitz sind:

  • Verbesserung der Blasenkontrolle und Wahrnehmung des Einnässens:
    • Sensibilisierung und Differenzierung der Körperwahrnehmung
    • Wahrnehmung von Spannungs- und Druckgefühlen beim Harndrang
    • Informationen über anatomisch-funktionelle Vorgänge bei der Blasenentleerung
    • Funktionelle Entspannung zur allgemeinen Beruhigung und Lockerung chronischer Muskelverspannungen
    • Erlernen von Techniken zur Verbesserung der Aufmerksamkeit hinsichtlich der Blasenfunktion und der dazugehörigen Körperempfindungen
  • Veränderung der Bewertung des Einnässens
    • Bearbeitung von Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen und anderen Leidens- und Frustrationsgefühlen
    • Enttabuisierung und Versachlichung von Scham- und Peinlichkeitsgefühlen

Konzept zur Therapie von Kindern mit Enuresis und Harninkontinenz

Indikationen ICD 10

  • Nichtorganische Enuresis F 98.0
  • Harninkontinenz bei Miktionsfehlverhalten N 31
  • Harninkontinenz bei chronischen Infektionen der Nieren und ableitenden Harnwege N 30, N 39, N 39.4
  • Enuresis bei Entwicklungsstörungen F 89

Behandlungsangebote

Wir bieten ein komplexes gesamtstationäres Rehabilitationsprogramm, welches die individuellen Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt.

Pädagogische Betreuung

Im Rahmen der Freizeit wird auf ein angemessenes Verhalten bezüglich Toilettengängen und Trinkverhalten geachtet. Kinder und Jugendliche mit Einnässen am Tag werden im Rahmen eines Miktionsplans geschult, regelmäßig auf ihre Körperwahrnehmung zu achten. Des Weiteren wird auf angemessene Hygiene und Wäschewechsel geachtet.

Psychologische Betreuung

Psychologische Diagnostik und Therapie (Verhaltenstherapie, Entspannungsübungen nach Jacobsen).
Die Therapie wird in der Regel in einer symptomorientierten Kleingruppe durchgeführt, gegebenenfalls in Einzeltherapie.

Physiotherapie

  • Beckenbodengymnastik
  • Entspannungsübungen
  • Wärmepackungen (Fango) auf Blase und Nieren


Medizinische Diagnostik und Therapie

  • Regelmäßige Urinkontrollen, Sonografie und Uroflowmetrie, ggf. Nierenfunktionsüberprüfung und weiterführende Diagnostik
  • Behandlung von begleitenden Infektionen der Nieren und Harnwege
  • Behandlung mit Anticholinergika (zur Relaxation des Musculus detrusor vesicae und Sphincter internus vesicae)
  • Behandlung mit Desmopressinacetat (Minirin), ausschließliche Indikation primäre Enuresis nocturna bzw. nachgewiesener Diabetes insipidus
  • Biofeedback-Training mit Klingelmatte, Biofeedback-Training mit Sphinkter-Trainergerät